Aktualisiert 12.03.2013 13:11

Umweltschäden

Fracking kann Flüsse und Seen belasten

Fracking – die Förderung von Erdgas aus tiefem Gestein – ist höchst umstritten. In den USA gelangen dabei Schadstoffe sogar ins Oberflächenwasser, wie eine neue Studie zeigt.

Fracking ist eine relativ neue Methode zur Gewinnung von Erdgas aus Gestein. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, um dort Risse zu erzeugen, damit das Gas austreten kann. Eine neue Studie kommt zum Schluss, dass diese Prozedur gesundheitsschädliche Stoffe in Flüsse und Seen schwemmen kann.

Die Wissenschaftler um Sheila Olmstead von der Forschungsorganisation «Resources for the Future» in Washington untersuchten das Wasser hinter Kläranlagen, in denen Abwässer solcher Bohranlagen gereinigt werden, und das Oberflächenwasser in der Nähe von Bohrplätzen. Flussabwärts dieser Anlagen sei die Chloridkonzentration im Wasser immer noch erhöht, nicht aber die von Schwebstoffen, schreiben sie in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS).

Niederschläge schwemmen Schwebstoffe weg

Die Konzentration von Schwebstoffen steigt hingegen den Forschern zufolge insgesamt, wenn die Zahl der Bohrplätze in einem Wassergebiet zunimmt – 18 zusätzliche Bohrplätze steigern die Konzentration um fünf Prozent. Hierfür machen sie Niederschlagswasser verantwortlich, das vom Bohrplatz ins Oberflächenwasser fliesst.

Erhöhte Chloridkonzentrationen schädigen den Forschenden zufolge direkt das Wasserökosystem. Gleichzeitig sei das Entfernen von Salzen aus dem Wasser ein teurer und aufwendiger Prozess. Schwebstoffe belasten das Wasser zusätzlich.

Bisher wurden vor allem Auswirkungen des Frackings auf das Grundwasser befürchtet. Die Forscher warnen nun vor Folgen für das Oberflächenwasser und fordern weitere Untersuchungen.

Schweizer Fracking-Pläne

In der Schweiz sind unlängst Pläne von zwei britischen Unternehmen bekannt geworden, in der deutschen Bodenseeregion mittels Fracking nach Erdgas zu suchen. Der Bundesrat bekundete daraufhin im Februar, die Risiken der Fracking-Technologie für die Schweiz seien noch nicht genügend abschätzbar. Er empfahl den Kantonen, mit dem Fracking zuzuwarten, bis genügend Erkenntnisse vorhanden sind. (sda)

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