Aktualisiert 10.10.2005 15:17

Francioni wird Chef der Deutschen Börse

Der Schweizer Reto Francioni übernimmt die Nachfolge des im Mai zurückgetretenen Chefs der Deutschen Börse, Werner Seifert.

Der bisherige Verwaltungsratspräsident der Schweizer Börse SWX soll so schnell wie möglich sein neues Amt antreten.

Das teilte der Verwaltungsrat der Deutschen Börse am Montag im Anschluss an eine Sitzung mit. Der vierköpfige Personalausschuss des Gremiums hatte Francioni vor einem Monat als einzigen Kandidaten für den Chefposten nominiert.

Nachfolge von Seifert

Francioni übernimmt die Nachfolge des im Mai zurückgetretenen Börsenchefs Werner Seifert. Die fünf Monate andauernde Führungskrise bei der Deutschen Börse ist damit beendet.

Eine Woche nach Bekanntwerden der Kandidatur Francionis wurde der 50-Jährige von der SWX per sofort von allen Verpflichtungen entbunden. Bis zur Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin übernahm Vize-Verwaltungsratspräsident Jacques de Saussure das Präsidentenamt. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.

Auf Widerstand stiess bei der SWX gemäss Medienberichten, dass Francioni in einer «persönlichen Erklärung» die frühere Vorsitzende der SWX-Gruppenleitung, Antoinette Hunziker-Ebneter, als seine Nachfolgerin vorgeschlagen hatte.

Rückkehr

Für die Deutsche Börse ist Francioni kein Unbekannter. Bis 2000 war er die rechte Hand von Ex-Börsenchef Seifert, bevor er im Streit ging.

Der Jurist hatte sich gegen Seiferts Pläne einer Übernahme der Londoner Börse gestellt. Dieser erste Versuch scheiterte prompt an Widerständen in London.

Seiferts zweiter Anlauf in Richtung Themse kostete ihn pikanterweise den Job. Rebellische Aktionäre um den Hedgefond TCI hatten die Pläne torpediert. Francionis Abneigung gegen die Fusion machte ihn schnell zum Wunschkandidaten der rebellischen Anteilseigner der Börse. (sda)

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