Aktualisiert 21.04.2006 14:20

Franco Marvullis Rechnung ging nicht auf

An der Bahn-WM in Bordeaux (Fr) ist Franco Marvullis Rechnung nicht aufgegangen, im Scratchrennen im Schlussspurt eine Medaille zu gewinnen. Entgegen den Erwartungen setzte sich eine Fluchtgruppe durch, Jérôme Neuville (Fr) wurde Weltmeister.

Er sei zu diesem Zeitpunkt des Jahres noch nie so gut in Form gewesen, sagte Marvulli. Und weil er bei den letzten Titelkämpfen mit einer kleinen Übersetzung schlechte Erfahrungen gemacht hatte, liess der Scratch-Weltmeister der Jahre 2002 und 2003 einen grösseren Gang von 53 mal 15 Zähnen auflegen.

Doch es kam anders, als sich dies der Athlet und sein Coach Markus Nagel ausgerechnet hatten. Die Prüfung über 15 km verlief sehr animiert und kampfreich. Der vom Sechstage-Geschäft her bekannte Jérôme Neuville war gleich bei zwei Angriffen dabei und fand am Schluss noch die Kraft, sich dem heranspurtenden Feld zu entziehen. Der Franzose, der vor vier Jahren zusammen mit Franck Perque Madison-Weltmeister geworden war, kam so verdient zum WM-Titel.

Franco Marvulli versuchte, sich mit dem geringstmöglichen Aufwand durch das Rennen zu schmuggeln. Die Spekulation des Zürchers auf den Schlussspurt erwies sich als Rohrkrepierer. Zwei Runden vor Schluss waren die Medaillenaussichten weg, und Marvulli liess sich beinahe demonstrativ zurückfallen. Ob er nun Platz 6 oder 15 erreiche, so Coach Nagel, sei nach einem solchen Rennen egal, weil nur die Plätze auf dem Podest zählen. Marvulli meinte, es sei alles entgegen seiner taktischen Erwartung gelaufen.

(si)

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