Aktualisiert 01.06.2011 16:07

Devisen

Franken zu Euro und Dollar auf Rekordhoch

Im Europa oder in New York einkaufen wird für Schweizer immer attraktiver, denn der Euro und der Dollar werden billiger und billiger.

Shoppen in New York ist für Schweizer so billig wie noch nie.

Shoppen in New York ist für Schweizer so billig wie noch nie.

Der Franken hat sowohl gegenüber dem Euro als auch zum Dollar neue Rekordwerte erreicht. Unmittelbarer Auslöser für den Griff zur Schweizer Währung waren schwache US-Konjunkturdaten und der Widerstand der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen eine Umschuldung Griechenlands.

Der Dollar fiel am Nachmittag im Devisenhandel bis auf ein Allzeittief von 0,8383 Franken. Am Morgen war der «Greenback» noch bei 0,8530 Franken wert gewesen. Der Euro war mit 1,2086 Franken zeitweise so billig wie nie. Er notierte damit über 2 Rappen schwächer als am Morgen.

Sorgen um US-Wirtschaft

Während der Franken immer stärker wird und damit die auslandorientierte Schweizer Wirtschaft immer mehr belastet, blieben die gegenseitigen Kurse von Euro und Dollar ziemlich stabil: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4408 (Dienstag: 1,4385) Dollar fest.

Für Druck sorgte beim Dollar die starke Verschlechterung des US- Einkaufsmanagerindex, erklärten Händler. Zudem belastete ein unter den Erwartungen ausgefallener Arbeitsmarktbericht die US-Währung. Die Sorgen um ein schwächeres Wirtschaftswachstum in den USA seien genährt worden, hiess es.

Griechenland im Zentrum

Beim Euro richten sich viele Blicke weiterhin nach Griechenland: «Die Annahme es gebe für Griechenland eine einfache Lösung, die weniger schmerzhaft ist, halten wir bei der Europäischen Zentralbank für eine Illusion», sagte EZB-Chefökonom Jürgen Stark in einem Interview. «Mit einem harten Schuldenschnitt würde das Bankensystem dort kollabieren - die Wirtschaft auch», sagte Stark.

Beim Franken verwiesen Devisenexperten hingegen auf die anhaltend robusten Schweizer Konjunkturdaten. So legte der Detailhandelsumsatz im April um real 7,5 Prozent zu und der Einkaufsmanagerindex für Mai lag mit 59,2 Punkten am oberen Ende der Erwartungen. Die Flucht in den Franken halte deshalb an, hiess es.

(sda)

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