Nach Shitstorm: Frankfurt-Profi Hinteregger tritt mit 29 überraschend zurück 
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Nach ShitstormFrankfurt-Profi Hinteregger tritt mit 29 überraschend zurück 

Eintracht Frankfurt verkündet am Donnerstag den überraschenden Rücktritt von Martin Hinteregger. Der Verteidiger hatte zuletzt Ärger, weil er gemeinsam mit einem rechtsradikalen Politiker ein Hobbyturnier organisierte.

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Martin Hinteregger hängt die Fussballschuhe bereits mit 29 Jahren an den Nagel.

Martin Hinteregger hängt die Fussballschuhe bereits mit 29 Jahren an den Nagel.

IMAGO/ZUMA Press
«Hinti» war bei Eintracht Frankfurt Publikumsliebling, stand zuletzt jedoch in der Kritik wegen Beziehungen zu einem rechtsextremen Politiker.

«Hinti» war bei Eintracht Frankfurt Publikumsliebling, stand zuletzt jedoch in der Kritik wegen Beziehungen zu einem rechtsextremen Politiker.

IMAGO/Jan Huebner
Hinteregger erklärt aber, dass er bereits Monate vor dem Wirbel um den «Hinti-Cup» Rücktrittsgedanken hegte.

Hinteregger erklärt aber, dass er bereits Monate vor dem Wirbel um den «Hinti-Cup» Rücktrittsgedanken hegte.

IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Darum gehts

Eintracht Frankfurts Verteidiger Martin Hinteregger beendet mit sofortiger Wirkung seine Fussballkarriere. Diesen überraschenden Entschluss des 29-Jährigen teilte die Mannschaft von Nati-Star Djibril Sow am Donnerstag mit. «Den Sieg in der Europa League habe ich deswegen so ausgiebig genossen, weil ich da schon wusste, dass es meine letzte grosse Siegesfeier mit den fantastischen Fans in dieser Stadt sein würde, die meine zweite Heimat geworden ist», sagte Hinteregger in der Vereinsmitteilung des Bundesligisten. Er habe vergangenen Herbst schon mal über ein Karriereende nachgedacht.

Durch eine Geschäftsbeziehung mit einem rechtsextremen FPÖ-Gemeinderat war Hinteregger zuletzt schwer in die Kritik geraten. Der Verteidiger beendete die Beziehung zwar und grenzte sich klar nach rechts ab, verärgerte bei folgenden Interviews aber weitere Fans mit seinen Aussagen. «Emotionale, vielleicht unbedachte Worte von mir haben zu Irritationen geführt und dafür möchte ich mich entschuldigen. Das bedaure ich sehr. Um es noch mal ganz klar zu sagen: Rechtes, intolerantes und menschenverachtendes Gedankengut verurteile ich aufs Schärfste», stellte Hinteregger noch einmal klar.

Schon mehrere Vorfälle

Der Österreicher lieferte in seiner Laufbahn schon zuvor einige Schlagzeilen wegen Vorfällen neben dem Rasen, was ihm in deutschen Boulevardmedien auch den Ruf als «Skandal-Profi» einbrachte. Interview-Attacke gegen seinen früheren Trainer Manuel Baum, Suspendierung beim FC Augsburg, auf Video dokumentierter Vollrausch auf einem Volksfest und Ausplaudern von Interna festigten das nicht nur positive Bild des Spielers.

Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche sagte nach dem Rücktritt von seinem Verteidiger: «Martins Entscheidung kam für uns unerwartet, aber er hat uns seine Perspektive und Gründe eindrücklich und überzeugend dargelegt. Daher war es für uns keine Frage, diesem sportlich schmerzlichen, aber menschlich nachvollziehbaren Wunsch zu entsprechen.»

«Martins Schritt verdient Respekt und Anerkennung»

Hinteregger hat nach Eintracht-Angaben den Vorstand gebeten, ihn vorzeitig von den Verpflichtungen zu entbinden. Der Profi war zwar wegen seiner nahbaren und unverstellten Art Publikumsliebling, geriet zuletzt aber auch immer mehr zum Problemfall für den Verein. «Martins Schritt verdient Respekt und Anerkennung», sagte nun Krösche, für den sich damit ein ernstes Problem von selbst löst.

Der Funktionär fügte an: «Nicht zuletzt aufgrund seiner aufrichtigen Entschuldigung für sein Verhalten in den zurückliegenden Tagen und Wochen und seiner deutlichen und glaubhaften Distanzierung von rechtem Gedankengut bleibt er in Frankfurt als verdienter Spieler und Europapokalsieger immer willkommen.» Hinteregger habe dazu beigetragen, dass der Verein «diese tolle Entwicklung» nehmen konnte. 

(flo/dpa)

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