DFB-Pokal: Frankfurt schafft Sensation gegen Bayern
Aktualisiert

DFB-PokalFrankfurt schafft Sensation gegen Bayern

Nach einer turbulenten Schlussphase sichert sich Eintracht Frankfurt dank eines Sieges gegen Bayern den ersten Titel seit 30 Jahren.

von
var
1 / 9
Ein besonderes Trainerduell: Jupp Heynckes (l.) gibt beim DFB-Pokal-Final seinen Abschied als Trainer. Sein Gegenüber, Niko Kovac (r.), ist momentan noch Trainer bei Eintracht Frankfurt. Ab nächster Saison wird er als Heynckes Nachfolger Coach bei den Bayern sein.

Ein besonderes Trainerduell: Jupp Heynckes (l.) gibt beim DFB-Pokal-Final seinen Abschied als Trainer. Sein Gegenüber, Niko Kovac (r.), ist momentan noch Trainer bei Eintracht Frankfurt. Ab nächster Saison wird er als Heynckes Nachfolger Coach bei den Bayern sein.

Keystone/Alexander Hassenstein
Dank eines Treffers in der 11. Minute führen die Frankfurter zur Pause überraschend 1:0.

Dank eines Treffers in der 11. Minute führen die Frankfurter zur Pause überraschend 1:0.

AFP/Christof Stache
Bayern München hat deutlich mehr von der Partie, doch können die Spieler um Kimmich (Bild) in der ersten Halbzeit nichts gegen den Rückstand machen.

Bayern München hat deutlich mehr von der Partie, doch können die Spieler um Kimmich (Bild) in der ersten Halbzeit nichts gegen den Rückstand machen.

AFP/Tobias Schwarz

Vor 30 Jahren hiess der Frankfurter Held Lajos Detari. Das ungarische Fussball-Genie schoss damals die Eintracht mit einem Freistoss zum 1:0-Sieg gegen den VfL Bochum. 2018 kommen die Matchwinner wieder aus Osteuropa. Der Kroate Ante Rebic schoss die Tore zum 1:0 (11.) und 2:1 (82.), ehe der Serbe Mijat Gacinovic in der Nachspielzeit nach einem Sprint über den halben Platz und mit einem Schuss ins leere Tore den dritten Treffer erzielte.

Bierdusche für Kovac: Frankfurter Pokalhelden feiern Trainer

Der 3:1-Sieg der Frankfurter Eintracht im DFB-Pokalfinale gegen die Bayern war der perfekte Abschied für Niko Kovac. Auf der Pressekonferenz feierte die Mannschaft ihren scheidenden Trainer mit einer Bierdusche.

Überraschung an der Medienkonferenz: Niko Kovac erhält eine Bierdusche. Video: SID

Kovac verabschiedet sich mit einem Coup

Dieser Triumph der Frankfurter ist nicht bloss wegen der krassen Aussenseiterrolle und der zeitlichen Distanz zum letzten Titel so speziell. Er ist es auch, weil sich Trainer Niko Kovac nun mit einem Coup von der Eintracht verabschiedet - und zum Konkurrenten aus München wechselt. Der Kroate verlässt Frankfurt nun doch noch als Held, nachdem die Verkündung des Transfers vor wenigen Wochen für viel Missmut im Frankfurter Umfeld gesorgt hatte.

Die Eintracht verdiente sich den Sieg, den ersten in einem Pflichtspiel gegen die Bayern seit über acht Jahren, weil sie gegen einen spielerisch überlegenen Gegner kämpferisch über sich hinauswuchs, nach dem Ausgleicht der Bayern kurz nach der Pause nicht einbrach und dem dominanten Meister unter dem Strich verhältnismässig wenig zugestand.

Schiedsrichter in der Kritik trotz Video-Assistenz

Ganz ohne Glück kamen die Frankfurter aber natürlich nicht über die Runden. Vor dem entscheidenden 3:1 hätte es Penalty für die Bayern geben müssen. Kevin Prince Boateng schlug Bayerns Javier Martinez im Strafraum gegen den Fuss. Der Schiedsrichter gab den fälligen Penalty nicht, obwohl er sich die Szene auf Video anschaute.

Heyncke verpasst Double zum Abschied

Die Bayern hätten zum Abschied von Trainer Jupp Heynckes das vierte Double in den letzten sechs Jahren holen können. Sie trugen die ärgerliche und aus ihrer Sicht unnötige Niederlage mehrheitlich einigermassen mit Fassung. «Das war ein klarer Penalty, aber es bringt nichts, darüber zu diskutieren. Wir waren überlegen und hätten die Tore erzielen müssen», analysierte zumindest Sportchef Hasan Salihamidzic.

Etwas Gutes können die Bayern der Final-Niederlage womöglich sogar noch abringen. Ihr neuer Trainer kommt nun als Cupsieger an die Säbener Strasse - und damit nicht als Coach ohne Titel. Das wird dafür sorgen, dass ein paar Fans weniger die Nase rümpfen darüber, dass Niko Kovac der Nachfolger von Trainern mit Namen wie Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti, Pep Guardiola oder Louis van Gaal wird.

Bayern München - Eintracht Frankfurt 1:3 (0:1)

Olympiastadion, Berlin. 74'000 Zuschauer.

Tore: 11. Rebic 0:1. 53. Lewandowski 1:1. 82. Rebic 1:2. 96. Gacinovic 1:3.

Bayern München: Ulreich; Kimmich, Süle, Hummels, Alaba; Thiago Alcantara (64. Tolisso), Javi Martinez, James Rodriguez; Müller (70. Coman), Lewandowski, Ribéry (87. Wagner).

Eintracht Frankfurt: Hradecky; Salcedo, Hasebe, Abraham; Wolf (60. Gacinovic), Mascarell, De Guzman (74. Russ), Willems; Kevin Prince Boateng, Da Costa; Rebic (89. Haller).

Bemerkung: Eintracht Frankfurt ohne Fernandes (gesperrt). (var/sda)

Deine Meinung