Frankreich: 1 Million Kinder in Armut
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Frankreich: 1 Million Kinder in Armut

Armut sei vor allem ein Problem von Alleinerziehenden und Grossfamilien mit vier oder mehr Kindern, heisst es in einer Studie.

Eine Million Kinder und Jugendliche in Frankreich leben unterhalb der Armutsgrenze. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichen Bericht des vom ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors geleiteten Rats für Beschäftigung, Einkommen und sozialen Zusammenhalt (CERC) hervor, der sich auf Zahlen von 1999 und 2000 stützt.

Als Armutsgrenze gelten nach französischen Behördenangaben 650 Euro pro Monat. Dies entspricht einem verfügbaren Monatseinkommen einer Familie mit zwei Kindern von 1.365 Euro. Lege man die europäische Norm von 800 Euro zu Grunde, so lebten sogar zwei Millionen oder jedes sechste Kind in Armut, erklärte der CERC.

Sozial schwachen Familien droht dem Bericht zufolge ein Teufelskreis: Weil sie sich keine Kinderbetreuung leisten könnten, müsse die Mutter oft zu Hause bleiben und könne nicht arbeiten gehen. Nach mehreren Jahren ohne Beschäftigung habe sie es dann besonders schwer, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuss zu fassen.

Armut sei vor allem ein Problem von Alleinerziehenden und Grossfamilien mit vier oder mehr Kindern, hiess es. Besonders betroffen seien zudem Einwanderer. (dapd)

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