Keine Löwen und Bären mehr : Frankreich beschliesst Wildtierverbot für den Zirkus
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Keine Löwen und Bären mehr Frankreich beschliesst Wildtierverbot für den Zirkus

In den nächsten Jahren sollen alle Wildtiere aus dem Zirkus in Frankreich verschwinden. Die Regierung hat ein Wildtierverbot beschlossen.

von
Sven Forster
In Frankreich sollen in den nächsten Jahren Wildtiere im Zirkus verboten sein. 

In Frankreich sollen in den nächsten Jahren Wildtiere im Zirkus verboten sein.

Foto: Keystone

Die französische Regierung hat beschlossen, dass in Zukunft keine Wildtiere mehr im Wanderzirkus gehalten werden dürfen. Das Leben in einem Wanderzirkus sei nicht mit dem Wohlergehen der Tiere vereinbar, so die Umweltministerin Barbara Pompili. Die 45-Jährige spricht von einer neuen Ära. Pompili: «Unsere Haltung gegenüber Wildtieren hat sich geändert.»

Der Prozess zur Veränderung soll über mehrere Jahre andauern. Die Regierung will dem Zirkus dabei helfen, ein Programm ohne wilde Tiere zu entwickeln. Gegenüber den lokalen Medien sagt sie: «Dieser Übergang wird sich über mehrere Jahre erstrecken, weil er das Leben vieler Menschen verändern wird.» Die Regierung will den Zirkus mit einem Hilfspaket von 8 Millionen Euro unterstützen.

Zirkusse enttäuscht

Die neuen Regeln werden allerdings nicht für Zoos oder andere ständige Shows gelten. Für Delfinarien sieht es anders aus. In den drei bestehenden Einrichtungen dürfen ab sofort keine neuen Delfine oder Wale mehr eingeführt werden. Die Zucht in Gefangenschaft soll bald beendet werden.

Tierschützer sind besonders erfreut über den Entscheid. Das Gegenteil ist beim Zirkus der Fall. Laut BBC sind die Zirkusbesitzer enttäuscht über die Entscheidung. William Kerwich, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Zirkustierausbilder, sagt: «Wer wird für das Fleisch für die Löwen und Tiger und das Futter für die Elefanten bezahlen?» Er geht davon aus, dass die Zirkusbetreiber die Tiere im Stich lassen werden. Kerwich weiter: «Die Ministerin wird dafür verantwortlich sein.»

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