Aktualisiert

AfghanistanFrankreich bleibt trotz Anschlag

Die Mission der französischen Truppen bleibe «genau gleich». Das betonte Verteidigungsminister Longuet in Kabul. Er reiste nach dem tödlichen Anschlag auf französische Soldaten dorthin.

Der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet ehrt in Kabul die vier getöteten Soldaten.

Der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet ehrt in Kabul die vier getöteten Soldaten.

Nach dem Tod von vier französischen Soldaten in Afghanistan hat Frankreichs Verteidigungsminister Gérard Longuet die Sorge vor einem vorzeitigen Truppenabzug aus dem Land entkräftet. Die Mission der Truppen bleibe «genau gleich», sagte Longuet am Samstag bei seiner Ankunft in Kabul.

Ziel bleibe, eine «starke Kraft» zu schaffen, um die Verantwortung an die Afghanen übergeben zu können, sagte Longuet. Es müsse über Möglichkeiten nachgedacht werden, die Arbeit zum Erfolg zu führen. Der Besuch diene der Evaluierung des weiteren Vorgehens, sagte der Minister.

Longuet und sein Generalstabschef Edouard Guillaud sollen Karsai sowie den Oberbefehlshaber der NATO-Truppen, US-General John Allen, treffen. Sie sollen prüfen, ob und wie die Ausbildung afghanischer Soldaten fortgeführt werden kann.

Tod von vier Soldaten

Präsident Nicolas Sarkozy hatte Longuet nach dem Angriff eines afghanischen Soldaten entsandt, bei dem am Freitag in der östlichen Provinz Kapisa vier unbewaffnete französische Soldaten beim Sport getötet worden waren.

Sarkozy hatte daraufhin erklärt, die Zusammenarbeit mit der afghanischen Armee werde vorerst eingestellt. Zudem schloss er einen vorzeitigen Abzug der derzeit 3600 französischen Soldaten aus Afghanistan nicht aus. Eigentlich soll der Abzug erst Anfang 2014 abgeschlossen sein.

Longuet traf bei seiner Ankunft in Kabul auch zwölf der 15 durch den Angriff verletzten Soldaten. Ein französischer Militärarzt sagte, mehrere Verwundete schwebten in Lebensgefahr. Longuet sagte, die Soldaten seien Opfer des Vertrauens geworden, das sie zur afghanischen Armee hätten aufbauen wollen. Zugleich betonte er, derartige Angriffe seien «sehr selten». (sda)

Taliban bekennen sich

Die radikal-islamischen Taliban stehen hinter dem Anschlag, bei dem am Freitag in Afghanistan vier französische Soldaten getötet wurden. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte, der afghanische Soldat, der die Schüsse abgegeben habe, sei von seiner Gruppe rekrutiert worden. Die Taliban hätten viele Menschen in wichtigen Positionen angeworben. Einige von ihnen hätten ihre Aufgabe bereits erfüllt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.