Aktualisiert 30.05.2006 16:06

Frankreich-Coach: «Wir bereiten eine WM vor, nicht meine Absetzung»

Zwei Wochen vor dem WM-Auftakt gegen die Schweiz beschäftigen sich die französischen Verantwortlichen vor allem mit hausgemachten Problemen. Der säuerliche Nationalcoach Raymond Domenech geisselte die Medien (wieder einmal). Auslöser waren Anwürfe einer Sonntagszeitung.

«Journal du Dimanche» warf Domenech vor, sich für 50 000 Euro gegenüber der Mobiltelefon-Gesellschaft SFR exklusiv und in privatem Rahmen zur Kaderselektion geäussert zu haben. Der nervöse französische Trainer wich beim Medientermin in Clairefontaine am Tag vor dem Test gegen die Dänen aus: «Ich stehe beim Verband unter Vertrag, der Sponsoren hat. Ich habe und hatte nie einen persönlichen Vertrag mit SFR.» Er ziehe nun rechtliche Schritte in Erwägung - wegen Diffamierung und gegen die Angriffe auf sein Privatleben.

Die medialen Vorwürfe entbehren aber offenbar nicht einfach jeglicher Grundlage. Domenech hatte am Tag der Bekanntgabe seines WM-Kaders am 13. Mai eine öffentliche Stellungnahme verweigert. Den SFR-Usern soll er im Internet dann aber Erklärungen zur Selektion geliefert haben. «All diese negativen Geschichten ermüden mich. Lassen wir diese geistige Verwirrung beenden. Wir bereiten eine WM vor, nicht meine Absetzung.»

Während der gesamten Frage- und Abrechnungsstunde hielt Domenech provokativ mit der Hand sein rechtes Ohr bedeckt. Er habe vielleicht schon zu viel gehört, was niemand hören wolle. «Ich weiss es nicht. Eventuell leide ich ja auch unter einer Ohrenentzündung», giftelte der eitle und gegenüber Kritik seit Jahren überaus empfindsame Patron der «Tricolore».

(si)

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