Macron gewinnt Schicksalswahl: Frankreich erlebt einen Obama-Moment
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Macron gewinnt SchicksalswahlFrankreich erlebt einen Obama-Moment

Emmanuel Macron ist Frankreichs neuer Präsident. Jetzt muss er ein gespaltenes Land einen — und vor allem die enttäuschten Nichtwähler überzeugen.

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mlr/gux/kle
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Paris feiert den neuen Präsidenten: Vor dem Louvre stieg am Sonntag die Party.

Paris feiert den neuen Präsidenten: Vor dem Louvre stieg am Sonntag die Party.

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Der frischgewählte Präsident machte sich nach seiner Rede vor dem Louvre auf dem Weg zum Wahlbunker in Paris.

Der frischgewählte Präsident machte sich nach seiner Rede vor dem Louvre auf dem Weg zum Wahlbunker in Paris.

Philippe Lopez
Vor dem Louvre tanzten und feierten seine Fans aber noch lange.

Vor dem Louvre tanzten und feierten seine Fans aber noch lange.

AP/Emilio Morenatti

Emmanuel Macron ist der neue Präsident Frankreichs. Der proeuropäische Linksliberale siegte in der Stichwahl am Sonntag mit grossem Abstand vor der rechtspopulistischen Kandidatin Marine Le Pen. Macron appellierte in einer ersten Rede an die Einheit Frankreichs.

Er wolle die Spaltung des Landes überwinden, sagte der 39-Jährige in Paris. «Ich kenne die Wut, die Angst und die Zweifel» der Franzosen. Sein Ziel sei es, «die Einheit der Nation zu sichern» und die Bürger wieder mit Europa auszusöhnen.

Le Pen gesteht Niederlage ein

Marine Le Pen gestand ihre Niederlage ein und gratulierte Macron zum Wahlsieg. Sie kündigte ihm aber wenige Wochen vor der im Juni anstehenden Parlamentswahl eine harte Opposition ihrer Partei Front National an.

«Frankreich hat die Kontinuität gewählt», sagte Le Pen, die Macron immer wieder als Erbe des scheidenden sozialistischen Präsidenten François Hollande tituliert hat. Der Sieg ihrer Partei sei historisch, sagte sie. Die Partei müsse sich nun aber erneuern, damit sie eine neue politische Kraft werden könne.

Zwei von drei stimmten für Macron

Macron kam auf mindestens 65,5 Prozent der Stimmen, Le Pen erhielt 34,5 Prozent. Tausende Macron-Anhänger jubelten nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen im grossen Innenhof des Louvre-Museums im Herzen der Hauptstadt.

Macron wird das jüngste Staatsoberhaupt seit Napoleon. Die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers François Hollande wird er spätestens am kommenden Sonntag antreten. Macron plant sozialliberale Reformen in Frankreich und will die Zusammenarbeit in der EU und in der Eurozone vertiefen.

Der Ausgang der Wahl ist nicht nur wegweisend für die französische Politik der kommenden Jahre. Der Urnengang galt auch als Schicksalswahl für Europa: Le Pen hatte ein Referendum über einen EU-Austritt Frankreichs angekündigt und ist gegen den Euro.

Chancen auf Mehrheit im Parlament

Auch wenn Le Pen nicht in den Elyséepalast einzieht, hat sie das politische Gefüge in Frankreich massgeblich auf den Kopf gestellt. Der 48-Jährigen ist es gelungen, den FN als eine für viele Franzosen wählbare nationalistische Partei zu etablieren.

Macron muss nun ein gespaltenes Land einen und vor allem die enttäuschten Nichtwähler überzeugen. Dafür bleibt ihm wenig Zeit, denn bereits am 11. und 18. Juni steht die Parlamentswahl an.

Macron wird versuchen, eine eigene Mehrheit zu erringen. Obwohl seine Bewegung En Marche erst vor einem Jahr gegründet wurde und ihr der Unterbau einer etablierten Partei fehlt, sind einige Meinungsforscher überzeugt, dass dies gelingen könnte. Voraussetzung dafür ist auch eine hohe Wahlbeteiligung.

Frankreich hat sich für Europa entschieden

Erstmals bestritten eine Stichwahl zwei Kandidaten, die weder den Konservativen noch den Sozialisten angehören. Amtsinhaber Hollande ist so unbeliebt wie keiner seiner Vorgänger und war gar nicht erst für eine zweite Amtszeit angetreten.

Macrons Sieg nannte Hollande ein Zeichen der Einheit. Die grosse Mehrheit der Bürger wolle sich um die Werte der Republik versammeln und ihre Zugehörigkeit zur EU zeigen.

(mlr/gux/kle/sda/dapd/afp)

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