Sturm «Klaus»: Frankreich hats hart erwischt
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Sturm «Klaus»Frankreich hats hart erwischt

Der schwere Wintersturm «Klaus» hat mit Böen bis zu 170 Stundenkilometern in Südfrankreich verheerende Schäden angerichtet. Für Millionen Menschen brach die Stromversorgung zusammen. Dächer wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Auch Spanien leidet unter den schweren Winterstürmen.

Die Flughäfen von Bordeaux und Toulouse wurden gesperrt und der Bahn- und Strassenverkehr brach weiträumig zusammen. Météo France verglich den Sturm mit dem verheerenden Orkan «Lothar», der im Dezember 1999 über weite Gebiete West- und Mitteleuropas, darunter auch die Schweiz, gefegt war. Die regionale Ausdehnung sei aber geringer.

1,2 Millionen Haushalte ohne Strom

Nach Angaben des Stromversorgers EDF brach die Stromversorgung von 1,2 Millionen Haushalten zusammen. Im Département Landes waren 90 Prozent aller Einwohner ohne Elektrizität. Der Präfekt rief in dem waldreichen Gebiet südlich von Bordeaux den Notstand aus. «Wir raten allen Privatleuten ab, aus dem Haus zu gehen und Auto zu fahren», erklärte die Präfektur.

Mehrere Züge mit Hunderten Passagieren blieben stehen. Das Rote Kreuz schickte Helfer, um gestrandete Reisende zu versorgen. Die grössten Probleme gab es jedoch auf den Kreis- und Regionalstrassen.

Abgerissene Äste, umgestürzte Bäume und Strommasten blockierten viele Verbindungen. Die wichtige Aquitanien-Brücke wurden für den Verkehr geschlossen.

Notfallplan

EDF löste für das Atomkraftwerk Blaye nordöstlich der Airbus- Metropole Toulouse seinen Notfallplan aus. Es werde alles getan, um eine Überschwemmung zu verhindern, hiess es. Die vier Reaktoren arbeiteten normal.

In den Pyrenäen wurden Wintersporteinrichtungen geschlossen. Der Sturm zog langsam über Südfrankreich nach Osten und bewegte sich in Richtung Norditalien.

Schwerer Sturm in Nordspanien

Ein heftiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometern hat am Freitag im Norden Spaniens zu Behinderungen geführt. Wegen Erdrutschen und umgestürzter Bäume seien einige Strassen gesperrt worden, berichtete das Radio.

In Galicien im Nordwesten des Landes blieben rund 800 Schulen vorsorglich geschlossen, für fast 200 000 Kinder fiel der Unterricht aus. Die Fischfangflotte konnte nicht auslaufen.

Der Zivilschutz gab für fast ganz Spanien Unwetterwarnungen heraus. Die Böen könnten Spitzengeschwindigkeiten bis zu 150 Stundenkilometer erreichen, hiess es. An der Nordküste seien zudem bis zu 14 Meter hohe Wellen zu erwarten. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Strände und Strandpromenaden zu meiden.

(sda)

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