Aktualisiert 29.09.2009 23:05

Roman Polanski

Frankreich könnte USA austricksen

Alles deutet darauf hin, dass Roman Polanski in die USA ausgeliefert wird. Einzig Frankreich könnte den Filmregisseur noch vor den US-Richtern bewahren.

von
Désirée Pomper

Für Roman Polanski, dem die Vergewaltigung einer 13-Jährigen vorgeworfen wird, wird es immer enger. Seine Chancen auf Entlassung stufen Rechtsexperten als klein ein, weil der 76-Jährige nicht in der Schweiz niedergelassen ist und die Fluchtgefahr als hoch eingestuft wird.

Eine letzte Hoffnung, der Auslieferung an die USA zu entgehen, bleibt dem Star­ Regisseur aber noch: «Um Polanski vor dem amerikanischen Gefängnis zu bewahren, könnte Frankreich seinerseits ein Strafverfahren gegen Polanski anstrengen», sagt Bundesstrafrichter Peter Popp. Danach könnte Frankreich bei der Schweiz ein Auslieferungsgesuch für seinen Staatsbürger einreichen. Das Eidgenössische Justiz­departement müsste dann entscheiden, welchem Gesuch es entspricht, so Popp.

«Es wäre immer noch besser, wenn Polanski wenigstens in Frankreich und nicht in den USA verurteilt würde», sagt der Autor Michel Bühler, der in einer Petition die sofortige Freilassung Polanskis fordert. In Frankreich drohen ihm weit weniger strenge Strafen als in den USA. Doch Strafrechtsprofessor Hans Vest ist skeptisch: «Es ist fraglich, ob die Schweiz Polanski tatsächlich nach Frankreich ausliefern würde. Es ist nicht glaubwürdig, wenn Frankreich nach 30 Jahren Polans­ki plötzlich eine Straftat vorwirft, die dem Land in den letzten 32 Jahren gleichgültig war.»

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