Aktualisiert 21.03.2005 14:16

Frankreich: Rassismus nimmt zu

Antisemitische und rassistische Übergriffe haben im letzten Jahr in Frankreich einer Studie zufolge drastisch zugenommen.

Im Jahr 2004 wurden demnach 1.565 Fälle von Drohungen oder tätlichen Angriffen registriert, die sich überwiegend gegen Juden und Muslime richteten, wie die Nationale Beratungskommission für Menschenrechte (CNCDH) mitteilte. Dies seien fast doppelt so viele wie im Vorjahr, heisst es in dem Bericht, der am Montag Premierminister Jean-Pierre Raffarin übergeben wurde.

Die Zahl antisemitischer Akte stieg demnach auf 970 - von 601 im Jahr 2003. Zugleich stellte die Studie eine zunehmende Gewalttätigkeit fest: 36 Personen wurden 2004 bei antijüdischen Übergriffen verletzt, 14 mehr als im Jahr zuvor. In Schulen greife der Antisemitismus zunehmend um sich, hiess es weiter.

Auch Muslime, meist nordafrikanischer Herkunft, sind der Studie zufolge in Frankreich immer häufiger Gewalttaten und Drohungen ausgesetzt: Die Zahl der registrierten Fälle sei von 232 auf 595 gestiegen. Die Täter kämen hauptsächlich aus dem rechtsradikalen Milieu. «Es scheint, dass die extreme Rechte weniger auf die jüdische Gemeinschaft zielt als auf die arabisch-muslimische Bevölkerung», schreibt die CNCDH. (dapd)

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