Druck auf Militärjunta - Frankreich setzt gemeinsame Einsätze mit malischem Militär aus
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Druck auf MilitärjuntaFrankreich setzt gemeinsame Einsätze mit malischem Militär aus

Es ist die bislang deutlichste Drohung der französischen Regierung gegen den früheren Putschführer Assimi Goïta. Frankreich wird aber weiter in Mali militärisch vertreten sein.

Solange die Militärjunta den internationalen Forderungen nicht nachkommt, eine Zivilregierung einzusetzen, stoppt Frankreich die Militärübungen im Land: ein französischer Soldat in Mali. (Archivbild)

Solange die Militärjunta den internationalen Forderungen nicht nachkommt, eine Zivilregierung einzusetzen, stoppt Frankreich die Militärübungen im Land: ein französischer Soldat in Mali. (Archivbild)

AFP/Philippe Desmazes

Frankreich hat nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium vorübergehend seine gemeinsamen Militärübungen mit den Streitkräften von Mali ausgesetzt. Die am Donnerstagabend bekanntgegebene Pause soll so lange gelten, bis die Militärjunta in Mali internationalen Forderungen nachkommt, eine Zivilregierung wieder herzustellen. Aus Kreisen des französischen Verteidigungsministeriums verlautete, es liege jetzt «an den malischen Behörden, schnell zu reagieren».

Die Aussetzung gilt nur für Einsätze, die Frankreich in Absprache mit dem malischen Militär vornimmt. Die frühere Kolonialmacht wird weiterhin an der Seite anderer regionaler Partner militärisch in Mali vertreten sein.

Auslöser der Massnahme Frankreichs ist der Putsch in Mali im Mai. Damit verbunden ist die Sorge, dass islamische Extremisten im Norden von Mali an Kraft gewinnen könnten. Das französische Militär kämpft seit 2013 gegen Extremisten in dem Land.

Der frühere Putschführer Assimi Goïta und seine Verbündeten, die am 24. Mai die Macht in Mali übernommen hatten, kommentierten die Bekanntgabe zunächst nicht. Goïta hatte sich bereits im August die Kontrolle über das Land geholt. Er stimmte dann zu, dass ein ziviler Präsident und ein ziviler Ministerpräsident eine Übergangsregierung leiten sollten. Neun Monate später wurden der Präsident und der Ministerpräsident abgesetzt.

(DPA/chk)

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