17.03.2015 19:12

Gesundheitsgesetz

Frankreich will Mager-Models verbieten

Die französische Regierung will Mager-Models von den Laufstegen verbannen. Bei Verstössen drohen sechs Monate Haft und 75'000 Euro Geldstrafe.

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Dieses Bild ist Stein des Anstosses für einen Shitstorm, der über das dänische Magazin «Cover» eingebrochen ist. Das Model ist in den Augen der Kritiker viel zu dünn und sieht ungesund aus.

Dieses Bild ist Stein des Anstosses für einen Shitstorm, der über das dänische Magazin «Cover» eingebrochen ist. Das Model ist in den Augen der Kritiker viel zu dünn und sieht ungesund aus.

Twitter/Cover
«Das ist also der neue Look für Models», postete Ann-Marie Elliott auf Twitter. Eigens für den Vorfall wurde sogar der Hashtag #covergate kreiert.

«Das ist also der neue Look für Models», postete Ann-Marie Elliott auf Twitter. Eigens für den Vorfall wurde sogar der Hashtag #covergate kreiert.

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Und auch der dänische Finanzminister tut seine Meinung auf Social Media kund: «Ich dachte ernsthaft, die Modeindustrie hätte verstanden, dass Anorexie ein Problem ist, das ernst genommen werden muss.»

Und auch der dänische Finanzminister tut seine Meinung auf Social Media kund: «Ich dachte ernsthaft, die Modeindustrie hätte verstanden, dass Anorexie ein Problem ist, das ernst genommen werden muss.»

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Ein Zusatzartikel zu einem Gesundheitsgesetz, das von Dienstag an in der Nationalversammlung in Paris beraten werden sollte, verbietet Model-Agenturen ein Engagement unterernährter Mannequins.

Den Vorschlägen des sozialistischen Abgeordneten Olivier Véran zufolge sollen die Agenturen für jedes Model ein Gesundheitszeugnis vorlegen, in dem bestätigt wird, dass ein gewisser Body-Mass-Index (BMI) nicht unterschritten wird. Bei Verstössen drohen sechs Monate Haft und 75'000 Euro Geldstrafe.

Model-Agenturen laufen Sturm gegen Gesetz

Die sozialistische Gesundheitsministerin Marisol Touraine hat sich bereits hinter die Vorschläge ihres Parteifreundes gestellt. «Ich finde, dass man sich als Model gut ernähren und auf seine Gesundheit achten muss», sagte sie dem Sender BFMTV. «Das ist eine wichtige Botschaft an junge Frauen, junge Mädchen, die in Mannequins ästhetische Vorbilder sehen.»

In Paris, einer der weltweiten Mode-Hauptstädte, laufen dagegen Model-Agenturen Sturm gegen die Pläne. «Französische Model-Agenturen sind in ständiger Konkurrenz mit anderen europäischen Agenturen», erklärte der Verband Synam. Ein nur auf Frankreich beschränkter Ansatz sei deswegen nicht sinnvoll, nötig sei eine europaweite Herangehensweise.

Allerdings haben bereits mehrere europäische Länder wie Spanien, Italien und Belgien Gesetze im Kampf gegen eine Unterernährung von Models erlassen.

Verherrlichung von Magersucht verbieten

In Frankreich wollen die Sozialisten zudem verhindern, dass junge Frauen ständig mit dem vermeintlichen Vorbild sehr dünner Frauen konfrontiert sind. Der Abgeordnete Véran will mit einem zweiten Zusatzartikel zu dem Gesundheitsgesetz eine «Aufwertung übermässiger Magerkeit» als Vergehen definieren.

Ausserdem sollen Websites verboten werden, die «Magersucht verherrlichen». Vérans Angaben zufolge leiden in Frankreich «zwischen 30'000 und 40'000 Menschen» an Magersucht.

«In 90 Prozent der Fälle handelt es sich um Jugendliche», sagt der Abgeordnete und Neurologe. «Der soziale Einfluss des Bildes, das die Modewelt verbreitet – dass Frauen krankhaft dünn sein müssen, um schön zu sein und auf einem Laufsteg auftreten zu können – ist sehr stark.» (sda)

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