In Schweiz gesucht: Frankreich will «Pink Panther» nicht ausliefern
Aktualisiert

In Schweiz gesuchtFrankreich will «Pink Panther» nicht ausliefern

Die französische Justiz hat es abgelehnt, ein Mitglied der Räuberbande «Pink Panther» an die Schweiz auszuliefern. Der Mann war im Mai aus einem Schweizer Gefängnis ausgebrochen.

Im Mai dieses Jahres gelang einem mutmasslichen Mitglied der international bekannten Räuberbande «Pink Panther» der Ausbruch aus dem Lausanner Gefängnis Bois-Mermet. Vor rund einer Woche wurde er in Frankreich bei Avignon festgenommen.

Am Mittwoch hat es die französische Justiz abgelehnt, den Mann an die Schweiz auszuliefern. Das Gericht in Nîmes begründete seinen Entscheid damit, dass der 47-Jährige über die französische Staatsbürgerschaft verfügt und Frankreich seine Bürger nicht ausliefert. Die Schweiz wirft dem Mann mehrere Raubüberfälle vor.

Französischer Staatsbürger

Den Entscheid zu einem Auslieferungsantrag Mazedoniens hingegen verschob das Gericht auf den 25. September. Der Mann, der auch über die mazedonische Staatsbürgerschaft verfügt, war 1998 in Abwesenheit wegen Mordes im Jahre 1993 verurteilt worden. Ebenfalls am 25. September wird sich das Gericht mit dem Antrag des Mannes auf Freilassung befassen.

Der französisch-mazedonische Doppelbürger soll nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland, Österreich, Monaco, Grossbritannien, Japan, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv gewesen sein.

Aus Schweizer Gefängnis geflüchtet

Er ist einer von fünf Männern, denen am 14. Mai die Flucht aus einem Gefängnis in Lausanne gelungen war. Zwei der fünf Flüchtigen konnten kurz darauf in Cheseaux-sur-Lausanne wieder festgenommen werden. Alle fünf Männer sollen Mitglieder der «Pink Panther» sein.

Die Räuberbande «Pink Panther» zählt rund 220 Mitglieder. Diese stammen aus den Ländern des früheren Jugoslawiens. Die Bande wird für über 100 Einbrüche und Raubüberfälle auf Schmuckgeschäfte in Europa verantwortlich gemacht. Im Lauf der letzten zehn Jahre soll sie dabei Waren im Wert von über 250 Millionen Euro erbeutet haben.

Den Spitznamen erhielten die Räuber von britischen Ermittlern, die einen gestohlenen Edelstein in einem Tiegel Gesichtscreme fanden - wie die Polizei in der Krimikomödie «The Pink Panther» mit Peter Sellers von 1963. (sda)

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