Aktualisiert 29.06.2020 16:28

Auf Bewährung

Frankreichs Ex-Premier nach Job-Affäre verurteilt – muss über eine Million zurückzahlen

Frankreichs Ex-Premier François Fillon ist vor Gericht verurteilt worden. Er hatte über Jahre seiner Frau Posten in der französischen Nationalversammlung verschafft. Nach Ansicht des Gerichts eine Scheinbeschäftigung. Das Ehepaar muss nun hohe Geldbussen zahlen.

von
Reto Heimann
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Frankreich Ex-Premier François Fillon und seine Ehefrau Penelope wurden beide zu hohen Geldstrafen verurteilt.

Frankreich Ex-Premier François Fillon und seine Ehefrau Penelope wurden beide zu hohen Geldstrafen verurteilt.

KEYSTONE
Nach Ansicht des Gerichts hatte Fillon seine Frau jahrelang scheinbeschäftigt.

Nach Ansicht des Gerichts hatte Fillon seine Frau jahrelang scheinbeschäftigt.

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Das Ehepaar Fillon erschien mit Gesichtsmasken zur Urteilsverkündung.

Das Ehepaar Fillon erschien mit Gesichtsmasken zur Urteilsverkündung.

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Darum gehts

  • Der ehemalige französische Premier François Fillon wurde von einem Pariser Gericht verurteilt.
  • Er hat jahrelang seiner Frau lukrative Jobs in der Nationalversammlung verschafft, die diese nie ausgeübt hat.
  • Auch seine Frau wurde verurteilt. Beide müssen über eine Million Euro zurückgeben

Der ehemalige französische Präsidentschaftskandidat François Fillon ist wegen Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Gericht verhängte am Montag fünf Jahre Gefängnis, davon drei auf Bewährung, wie französische Medien übereinstimmend berichteten.

Auch seine Ehefrau Penelope wurde zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie war jahrelang auf Parlamentskosten bei ihrem Mann im Parlament beschäftigt gewesen. Penelope war als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger Marc Joulaud in der Nationalversammlung tätig. Dabei handelte es sich nach Auffassung des Gerichts um eine Scheinbeschäftigung. Joulard wurde nun ebenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

«Das Schlimmste, was ich je erlebt habe»

Die Vorwürfe hatten Fillons letztlich erfolglose Präsidentschaftskandidatur 2017 schwer belastet. Fillon galt damals als grosser Favorit für den Posten des künftigen französischen Staatschefs. Fillon kämpfte schliesslich um sein politisches Überleben – und stürzte in den Umfragen ab. Die Fillons haben die Vorwürfe in der Jobaffäre stets zurückgewiesen. Sie sprachen von einer Intrige. «Das ist das Schlimmste, was ich in meinem Leben erlebt habe», erklärte Penelope damals.

Alle drei müssen hohe Geldstrafen zahlen. Sie sind ausserdem angewiesen worden, mehr als eine Million Euro an die Nationalversammlung zurückzuzahlen. Das Gericht entschied ausserdem, dass François Fillon zehn Jahre lang in kein politisches Amt gewählt werden kann. Das Ehepaar Fillon fechtet den Entscheid an.

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