Aktualisiert 15.04.2015 09:34

Gesetz verabschiedet

Frankreichs Politiker verbieten Magermodels

Die französische Nationalversammlung hat für ein neues Gesundheitsgesetz gestimmt: Unter anderem sollen extrem dünne Models von den Laufstegen verbannt werden.

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Die französische Nationalversammlung hat am 14. April 2015 für ein neues Gesundheitsgesetz gestimmt, das unter anderem im Kampf gegen die Magersucht extrem dünne Models von den Laufstegen verbannen soll.

Die französische Nationalversammlung hat am 14. April 2015 für ein neues Gesundheitsgesetz gestimmt, das unter anderem im Kampf gegen die Magersucht extrem dünne Models von den Laufstegen verbannen soll.

Keystone/AP/Daniel Ochoa de Olza
Schweizer Politikerinnen erwägen auch einen ähnlichen Vorstoss in der Schweiz. Sowohl Ronja Furrer als auch ...

Schweizer Politikerinnen erwägen auch einen ähnlichen Vorstoss in der Schweiz. Sowohl Ronja Furrer als auch ...

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... Nadine Strittmatter sind gut gebucht für Catwalk-Shows. Würden Schweizer Models bei der Gesetzesannahme etwa keine Jobs mehr in Frankreich bekommen? Kaum. Ursula Knecht von Option Models ist überzeugt, dass sich das Gesetz nicht negativ auf die Schweizer Schönheiten auswirken würde.

... Nadine Strittmatter sind gut gebucht für Catwalk-Shows. Würden Schweizer Models bei der Gesetzesannahme etwa keine Jobs mehr in Frankreich bekommen? Kaum. Ursula Knecht von Option Models ist überzeugt, dass sich das Gesetz nicht negativ auf die Schweizer Schönheiten auswirken würde.

Dukas

Frankreichs Nationalversammlung hat am Dienstag ein neues Gesundheitsgesetz verabschiedet. Eine von den vielen neuen Regelungen betrifft den Kampf gegen Magersucht. Models mit einem Body-Mass-Index unter einem Wert von 18 werden von nun von den Laufstegen verbannt. Ausserdem: Werbung mit dürren Models wird unter Strafe gestellt und Modelagenturen dürfen Frauen mit Essstörungen nicht mehr beschäftigen.

Für den von den regierenden Sozialisten eingebrachten Gesetzentwurf stimmten 311 Abgeordnete, 241 Abgeordnete stimmten dagegen. Der Gesetzestext kommt nun in den französischen Senat, das letzte Wort hat dann wieder die Nationalversammlung.

Konservative tobten

Das Thema hatte in den letzten Woche hitzige Debatten ausgelöst. Der Vorschlag war vom sozialistischen Abgeordneten Olivier Véran — von Beruf Arzt — lanciert und von der Gesundheitsministerin Marisol Touraine unterstützt worden.

Bürgerlich-konservative Parlamentarier stellten sich aber quer: Sie warnten unter anderem davor, dieses Berufsverbot komme einer Diskriminierung von Menschen gleich, die von Natur aus sehr dünn seien.

Neutrale Zigarettenpackungen

Das sogenannte «Loi de santé» (Gesundheitsgesetz) sieht weitere Veränderungen vor. So wurden Massnahmen gegen das Rauchen und exzessiven Alkoholkonsum getroffen.

Erwachsene, die künftig im Auto in Anwesenheit eines Minderjährigen rauchen, müssen mit Bussgeldern rechnen. Ab Mai 2016 sollen zudem Zigaretten nur noch in neutralen Packungen verkauft werden. Farben von Marken sind dann nicht mehr zulässig, Form und Grösse der Packungen werden angeglichen, Namen auf ein Minimum reduziert und nicht als Label dargestellt.

Auch Schweizer Politikerinnen erwägen einen Vorstoss

Im Fahrwasser des französischen Gesetzes prüfen auch Schweizer Politikerinnen Massnahmen zum Schutz vor Krankheiten wie Magersucht und Bulimie. Die Nationalrätinnen Silvia Schenker (SP) und Margrit Kessler (GLP) schlagen ein Jobverbot für Magermodels in der Schweiz vor: «Falls die Gesetzesänderung in Frankreich positive Auswirkungen zeigt, wage ich einen entsprechenden Vorstoss bei uns», sagte Kessler zu 20 Minuten.

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