Sven Regeners - «Neue Vahr Süd»: Franks Reich
Aktualisiert

Sven Regeners - «Neue Vahr Süd»Franks Reich

«Man müsste positiver sein, irgendwie besser gelaunt», hiess es vor drei Jahren in Sven Regeners Erfolgsroman «Herr Lehmann». Die Geschichte eines 30-Jährigen, der seine Tage und Nächte in Berlin mit Nichtstun verbringt, schien einen kollektiven Nerv getroffen zu haben; rund eine Million Exemplare des Buchs wurden bisher verkauft.

Nun ist die Fortsetzung hier – oder besser gesagt: der Anfang. «Neue Vahr Süd» handelt von Herrn Lehmann, als er noch Frank Lehmann hiess und 20 Jahre alt war. Auf knapp 600 Seiten erfahren wir, wie sich Frank im Jahr 1980 durch die Bundeswehr schlägt und wie er über das Wochenende in der schmuddeligsten WG der Stadt Bremen haust.

Viel hat sich nicht verändert. Der freundlich-genervte Tonfall und die Ziellosigkeit der späteren Berliner Jahre zeichnen auch Lehmanns Jugend aus: «Hätte es wenigstens geregnet, hätte man vielleicht zu Hause bleiben können und hätte den Tag vergammelt, aber bei schönem Wetter geht das nicht.»

Philippe Zweifel

Sven Regener: Neue Vahr Süd. Eichborn 2004, 582 Seiten, 44.90 Franken.

Deine Meinung