Papst in Strassburg: Franziskus trifft deutsche Gastmutter wieder

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Papst in StrassburgFranziskus trifft deutsche Gastmutter wieder

Fast zwei Jahrzehnte hatten sie sich geschrieben, nun gibt es ein Wiedersehen: Papst Franziskus trifft seine frühere deutsche Gastmutter in Strassburg.

Seine Reise nach Strassburg hat Papst Franziskus ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten aus Deutschland beschert: Nach fast 30 Jahren traf er am Dienstag im EU-Parlament die 97-jährige Helma Schmidt aus Rheinland-Pfalz wieder, bei deren Familie er im Jahr 1985 zwei Monate als Untermieter gewohnt hatte.

Der heutige Papst habe damals einen Deutschkurs am Goethe-Institut besucht, sagte der deutsche EU-Abgeordnete Norbert Neuser, der das Treffen organisierte hat. Helma Schmidt habe mit dem jungen Priester Jorge Mario Bergoglio «deutsche Vokabeln am Küchentisch gepaukt».

«Ein schöneres Gastgeschenk als diese Begegnung zwischen dem alten 'Goethe-Schüler' und der deutschen Gastmutter konnte ich mir nicht vorstellen.» Im März 1986 beendete Jorge Bergoglio in Deutschland seine Doktorarbeit in Philosophie. Danach hielt er offenbar zwei Jahrzehnte lang Briefkontakt mit Helma Schmidt.

Papst auf Friedensmission

Später hat Papst Franziskus vor dem Europarat die Wahrung des Friedens in den Mittelpunkt gestellt. «Der Frieden ist ein Gut, das fortwährend errungen werden muss und das grösste Wachsamkeit erfordert», sagte er am Dienstag vor den Vertretern der 47 Mitgliedsländer der Organisation in Strassburg.

Der Papst würdigte die Arbeit des Europarates bei der Suche nach einer politischen Lösung der gegenwärtigen Krisen. Zu aktuellen Konflikten äusserte er sich nicht. Scharf wandte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche gegen einen religiösen und internationalen Terrorismus, durch den der Frieden auf die Probe gestellt werde.

Auch Flüchtlinge ein Thema

Weil auch in Europa die Spannungen nicht aufhörten, sei die Arbeit des Europarates so wichtig, sagte der Papst. «Wie viel Schmerz und wie viele Tote gibt es noch auf diesem Kontinent», beklagte er. Nötig sei aber auch eine Erziehung zum Frieden, die auf die Angst vor den anderen und deren Ausgrenzung verzichte.

Zuvor hatte Papst Franziskus im EU-Parlament die Mitglieder der 28 EU-Länder eindringlich zu mehr Solidarität mit Armen und Flüchtlingen ermahnt. «Das Mittelmeer darf kein riesengrosser Friedhof werden», mahnte Franziskus. Und Europa müsse mehr gegen Arbeitslosigkeit tun, forderte er. (sda)

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