Gespräche begonnen: Franziskus will die Venezuela-Krise lösen
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Gespräche begonnenFranziskus will die Venezuela-Krise lösen

Nach zwei Monaten der blutigen Auseinandersetzungen verhandeln Regierung und Opposition in Venezuela über eine friedliche Beilegung des Konflikts – mit dem Segen des Papstes.

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Es gibt Annäherungsversuche in Venezuela: Die Regierung und ihre Gegner haben am Donnerstag erstmals Schlichtungsgespräche im Präsidentenpalast in Caracas geführt. Die mehrstündige Sitzung hatte mit einem Grusswort von Papst Franziskus begonnen.

Der Vatikan hat die Vermittlerrolle in der ersten Runde der Gespräche übernommen und beide Parteien zum Einlenken aufgerufen. Die Regierung und die Opposition müssten politische Differenzen ausräumen und Courage für eine Einigung zeigen, hiess es in einem Brief des katholischen Kirchenoberhaupts. Das Schreiben las Vatikanvertreter Aldo Giordano vor allen Anwesenden vor.

Proteste in Venezuela

Gespräche live im TV übertragen

Das Land brauche «eine nationale Versöhnung und Frieden», schrieb Franziskus. «Ich bin mir der Unruhe und des Schmerzes so vieler Menschen bewusst», so der Papst in dem Text: «Ich bin besorgt über das, was vorgeht, und fühle mich allen Venezuelanern nahe, vor allem den Opfern der Gewalt und ihren Familien.»

Staatschef Nicolás Maduro sagte darauf: «Wir suchen hier ein Modell für friedliche Koexistenz.» Das Treffen wurde landesweit in allen Radio- und Fernsehsendern übertragen.

Die Verhandlungen sollen ein Ende der Proteste einläuten, die sich Anfang Februar an der galoppierenden Inflation und der hohen Kriminalitätsrate entzündet hatten. Bei den Unruhen kamen Dutzende Menschen um.

Allerdings stehen sich die Konfliktparteien mit tiefen Misstrauen gegenüber. Die Opposition wirft Maduro vor, die ölreiche Wirtschaft zu zerstören und Kritik im Keim zu ersticken. Der Präsident sieht sich als Opfer eines von den USA unterstützten Putschversuchs.

(kle/sda)

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