Horrorfach: Französisch in der Sek bald freiwillig?
Aktualisiert

HorrorfachFranzösisch in der Sek bald freiwillig?

Lernschwache Schüler sollen im Kanton Zürich aufs Französisch verzichten können. Die Befürworter erhoffen sich davon bessere Leistungen in den anderen Fächern.

von
Roman Hodel
Leistungsschwache Sek-Schüler sollen in den letzten zwei Jahren vom Französisch befreit werden.

Leistungsschwache Sek-Schüler sollen in den letzten zwei Jahren vom Französisch befreit werden.

Rund 20 Prozent aller Zürcher Sek-Schüler haben so schlechte Noten, dass sie kaum eine Lehrstelle finden. Deshalb fordert Lehrer und GLP-Kantonsrat Christoph Ziegler die Regierung per Postulat auf, die Schüler der Sekstufe B und C in den letzten zwei Schuljahren vom Französisch zu befreien. In der Westschweiz kommt dies gar nicht gut an: «Hirnrissig», sagt etwa der Walliser SVP-Nationalrat und Lehrer Oskar Freysinger gegenüber der «NZZ am Sonntag» und schlägt stattdessen Austauschprogramme vor.

Support erhält Ziegler von Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands: «Im Kanton Zürich ist die Gruppe der leistungsschwachen Schüler am grössten», sagt sie zu 20 Minuten. «Um deren Noten in Deutsch und Mathe zu verbessern, ist es vielleicht sinnvoll, eine Fremdsprache zu opfern.» Dass man in der Romandie nicht erfreut darüber wäre, ist Lätzsch klar. «Aber wir müssen Prioritäten setzen. Es geht hier um die Schüler und nicht um staatspolitische Gründe.»

Motivationsprobleme beim Französisch existieren laut Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbands Schweizer Lehrer, in vielen Deutschschweizer Kantonen: «Doch nur in Zürich gibts eine Streichungsforderung.» Dabei sei ein Alleingang wegen der Bildungsharmonisierung gar nicht möglich. «Es braucht eine interkantonale Lösung.» Zudem gibt er zu bedenken: «Es ist erwiesen, dass in vielen Berufen das Beherrschen einer zweiten Landessprache lohnerhöhend wirkt.»

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