Sprachenstreit: Französisch verboten
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SprachenstreitFranzösisch verboten

Vor den Regional- und Europawahlen in Belgien haben mehrere flämische Gemeinden im Brüsseler Umland ein Verbot für Wahlplakate in französischer Sprache erlassen. Damit heizten sie den Sprachenstreit in dem Königreich weiter an.

So dürfen in Halle auf den eigens dafür vorgesehenen Flächen ausschliesslich flämische Gruppierungen ihr Werbematerial anbringen. In Affligem wurden französischsprachige Plakate auf Beschluss der Behörden mit weissem Papier überklebt.

Die frankophonen Parteien CDH und UF laufen Sturm gegen die Einschränkung ihrer Grundrechte. Die Regionalwahlen finden am 7. Juni statt - zeitgleich mit der Wahl zum Europäischen Parlament.

Die Affäre ist symptomatisch für den Zwist zwischen Niederländisch sprechenden Flamen im Norden, den frankophonen Wallonen im Süden und den überwiegend Französisch sprechenden Brüsslern.

Im Umland der zu Flandern gehörenden zweisprachigen belgischen Hauptstadt leben mehr als 100 000 Frankophone, denen Sonderrechte für die Benutzung ihrer Sprache zugestanden wurden.

Dies erweckt den Unmut zahlreicher Flamen, die beispielsweise den flämischen Umlandbezirk Halle-Vilvoorde mit fast 40 Gemeinden aus dem bisher zweisprachigen Wahlkreis mit Brüssel herausnehmen wollen.

Aus Protest gegen die Sonderrechte ruft ein gutes Dutzend Gemeinden in der betroffenen Provinz Flämisch-Brabant zum Boykott der Europawahl auf. (sda)

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