Gefährdete Bären: Französische Pandas bei seltenem Paarungsvorgang gefilmt
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Gefährdete BärenFranzösische Pandas bei seltenem Paarungsvorgang gefilmt

Pandasex ist eine seltene Sache. Umso aussergewöhnlicher sind die Bilder, die ein französischer Zoo an diesem Wochenende veröffentlicht hat.

von
Nicolas Saameli

Darum gehts

  • In Frankreich wurden zwei Riesenpandas bei der Paarung gefilmt.

  • Pandas paaren sich spärlich.

  • Die Bären sind nicht mehr vom Aussterben bedroht, aber immer noch gefährdet.

In gewisser Hinsicht gleichen Pandabären wohl so manchen menschlichen Ehepaaren: Sex haben sie höchstens ein Mal im Jahr, während ungefähr drei Tagen oder sogar nur 24 Stunden. Die Männchen müssen dabei jederzeit verfügbar sein, wie «National Geographic» schreibt. Stehen sie im richtigen Moment nicht bereit, vergeht den Weibchen die Lust und die Fruchtbarkeit ist in Windeseile dahin. Eine Chance auf Pandababys (Pandababys!) gibts erst ein Jahr später wieder.

Umso spektakulärer sind die Bilder, die am Samstag im Zoo de Beauval im zentralfranzösischen Dorf St. Aignan entstanden sind. Bärin Huan Huan und Bär Yuan Zi sind darauf zu sehen, wie sie sich auf der «Nachtloge» des Panda-Geheges mehrfach – in den Worten der Medienmitteilung des Zoos – «kooperativ und ziemlich aktiv» betätigen.

Für Yuan Zi schliesst das eine lange Vorbereitungsphase ab. Pandamännchen produzieren bereits ab dem Herbst Geschlechtshormone, um für die Paarungsphase im Frühling bereit zu sein. Dabei schwellen ihre Hoden über Monate auf das Doppelte oder sogar Dreifache an.

Keine Garantie auf Schwangerschaft

Eine Garantie für eine erfolgreiche Fortpflanzung ist das trotzdem nicht. Laut Baptiste Mulot, dem Chef-Tierarzt des Zoos, hat Yuan Zi seit seinem letzten Versuch zwar methodische Fortschritte gemacht. Hinweise auf eine Schwangerschaft gebe es aber derzeit noch nicht.

Seltene Angelegenheit: Yuan Zi und Huan Huan bei der Paarung.

Seltene Angelegenheit: Yuan Zi und Huan Huan bei der Paarung.

Screenshot

Gewissheit habe man erst etwa 15 Tage nach der Paarung. «Dann würde Huan Huan Schwangerschaftsverhalten an den Tag legen. Sie würde mehr schlafen, weniger fressen und sich selbst von den anderen Tieren isolieren», sagt Mulot. Zur Sicherheit sei Huan Huan nach der Paarung betäubt und von einem Spezialistenteam aus Deutschland zusätzlich künstlich befruchtet worden.

Huan Huan hat bereits im August 2017 den gesunden Pandajungen Yuang Meng zur Welt gebracht, der ebenfalls bei einer künstlichen Befruchtung entstanden ist und der niemand geringeres als Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten, zur Patin hat. Er soll noch in diesem Jahr in sein natürliches Habitat in den Berghängen rund um die chinesischen Provinz Sichuan überführt werden.

Riesenpandas gelten laut der Weltnaturschutzunion ICUN seit 2016 nur noch als gefährdet und nicht mehr als vom Aussterben bedroht. Weltweit leben ungefähr 500 Tiere in Gefangenschaft und 2000 in freier Wildbahn. Yuan Zi und Huan Huan leben als Leihgabe der chinesischen Regierung seit 2012 für zehn Jahre in Frankreich.

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