Aktualisiert 05.02.2017 11:10

Verärgerte AnwohnerFranzosen entsorgen ihre Autos auf Basler Strassen

Seit Monaten lassen Franzosen ihre Autos in der Stadt stehen und blockieren so die Parkplätze mehrerer Anwohner.

von
fh
1 / 2
Immer wieder lassen Franzosen ihre Fahrzeuge in Basel monatelang auf dem gleichen Parkplatz stehen.

Immer wieder lassen Franzosen ihre Fahrzeuge in Basel monatelang auf dem gleichen Parkplatz stehen.

20 Minuten/fh
So zum Beispiel beim Rappoldshof im Kleinbasel. «Es ist schon schwer genug einen Parkplatz zu finden – durch diese «Dauer-Gäste» wir die Situation nicht gerade einfacher», ärgert sich ein Anwohner.

So zum Beispiel beim Rappoldshof im Kleinbasel. «Es ist schon schwer genug einen Parkplatz zu finden – durch diese «Dauer-Gäste» wir die Situation nicht gerade einfacher», ärgert sich ein Anwohner.

20 Minuten/fh

Wer in letzter Zeit durch die Strassen von Basel geht, dem dürfte eine Beobachtung sicher nicht entgangen sein: Immer wieder stehen Autos mit französischen Kennzeichen für Wochen, wenn nicht sogar Monate auf dem gleichen Parkplatz. So zum Beispiel in der Ochsengasse oder beim Rappoldshof im Kleinbasel, wie die «Basler Zeitung» am Freitag schrieb. Die mit Parkkrallen versehenen Fahrzeuge sind meist in einem schlechten Zustand und blockieren die Parkplätze der Anwohner.

«Es ärgert mich sehr, dass die Fahrzeuge monatelang hier stehen», so ein Anwohner des Rappoldshofs. Nicht nur in der Basler Innenstadt, auch im Wohnquartier Gundeldingen wurden weitere blockierte Autos gesichtet – bereits letztes Jahr sorgten ähnliche Fälle für Gesprächsstoff.

280 blockierte Fahrzeuge

Nun erhärtet sich die Vermutung, dass die Franzosen ihre Wagen nur deshalb stehen lassen, um die Verschrottungsprämie zu sparen. Wird das Fahrzeug nicht innerhalb von 90 Tagen vom Besitzer abgeholt, kümmert sich die Baselstädtische Polizei um die Entsorgung – 700 Franken kostet sie dieser Aufwand.

28o Autos musste die Polizei im letzten Jahr mit Parkkrallen, auch Sheriffklammern genannt, versehen, so Polizeisprecher Martin Schütz gegenüber der «Basler Zeitung». Diese Zahl habe sich im Vergleich zu den vorherigen Jahren kaum verändert. Laut Angaben der Polizei werden 60 der jährlich «vergessenen» Autos nicht abgeholt. 50 Prozent der Fahrzeuge stammen aus Frankreich. Das sei seit Jahren so, erklärt Schütz. Immer wieder stossen die Basler Beamten auf Wagen, für die seit längerer Zeit keine Versicherungsprämie gezahlt wurde. «Oftmals fehlt den Betreibern das Gehalt für den Unterhalt der Fahrzeuge – deshalb werden sie stehen gelassen», sagt Schütz.

Aufmerksame Anwohner

Das Vorgehen bleibt immer das gleiche: Kann die Polizei keinen Kontakt zum Halter aufnehmen, erlässt sie die bereits genannte Verwertungsverfügung von 90 Tagen. Meldet sich der Lenker innerhalb dieser Frist nicht, und kann das Fahrzeug noch nicht verwertet werden, wird es in das Sicherstellungsareal der Verkehrspolizei gebracht oder direkt ab dessen Standplatz entsorgt.

Unterstützung erhalten die Beamten von den wachsamen Anwohnern. So auch im Fall des Wagens in der Ochsengasse. Uhrengeschäftsinhaber Roland Heinzelmann soll demnach beobachtet haben, wie das blockierte Fahrzeug abtransportiert wurde.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.