Aktualisiert 21.03.2005 17:51

Franzosen verklagen Google auf 17,5 Millionen Dollar

Der Internet-Suchmaschinenbetreiber Google bekommt zunehmend Gegenwind aus Frankreich. Im Zentrum der Kritik stehen angebliche Verletzungen der Autoren- und Markenrechte sowie Gefährdungen der Kulturvielfalt.

Die französische Nachrichtenagentur AFP verklagte Google vor einem Bezirksgericht der US-Hauptstadt Washington auf 17,5 Millionen Dollar Schadenersatz und Zinsen.

Sie wirft dem Unternehmen Verletzung der Autorenrechte vor, weil er in seiner Nachrichtenseite Google News kostenlos Überschriften und Einführungsabsätze von Agenturmeldungen sowie AFP-Fotos darstelle.

Google sammelt die Meldungen über einen «Robot» im Web und veröffentlicht Teile davon auf Sites wie news.google.com. Nachrichtenagenturen können mit einfachen technischen Mitteln Suchmaschinen vom Indizieren ihrer eigenen Websites ausschliessen. Schwierig wird das Herausfiltern aber, wenn die Nachrichten auf Seiten der Kunden ohne Agenturkennung veröffentlicht werden.

Furcht vor US-Dominanz

Furcht vor kultureller Dominanz der US-Weltsicht verursacht in Frankreich Googles Plan zur Digitalisierung von 15 Millionen Werken aus angelsächsischen Bibliotheken bis 2015. Die Zeitung «Libération» widmete dem Thema am Samstag mehrere Seiten.

Die Bibliothèque Nationale de France (BNF) rief zu einer europäischen «Gegenattacke» gegen das Projekt auf. Staatspräsident Jacques Chirac will der EU ein Projekt zur Digitalisierung der Werke der grossen europäischen Bibliotheken vorschlagen.

Der Schritt richte sich gegen niemanden, sei aber «von fundamentaler Bedeutung» für die Kulturvielfalt, sagte Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres.

Die BNF digitalisiert bereits Werke aus eigenem Bestand (http://gallica.bnf.fr). Zudem werden im Projekt Gutenberg 12 000 Bücher angeboten, darunter auch in deutscher Sprache (http://www.gutenberg.org).

(sda)

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