Aktualisiert 27.07.2015 12:10

Kühe versorgtFranzosen werfen der Schweiz Wasser-Klau vor

Die Schweizer Armee versorgt wegen der Trockenheit Kühe im Waadtländer Jura. Dafür holte sie Wasser aus einem See in Frankreich.

von
ofi
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Mit Super-Puma-Helikoptern hat die Schweizer Armee Wasser aus Seen geholt, um Kühe zu versorgen. Unter anderem wurde dabei auch der französische Lac des Rousses angesteuert.

Mit Super-Puma-Helikoptern hat die Schweizer Armee Wasser aus Seen geholt, um Kühe zu versorgen. Unter anderem wurde dabei auch der französische Lac des Rousses angesteuert.

epa/Dominic Steinmann
Soldaten der Schweizer Armee bauen ein mobiles Wasserbecken auf, in das die Helikopter das Wasser aus den Seen ablassen können.

Soldaten der Schweizer Armee bauen ein mobiles Wasserbecken auf, in das die Helikopter das Wasser aus den Seen ablassen können.

Leser-Reporter
Mit solchen Becken wurden Kühe im Waadtländer Jura, in Freiburg und St. Gallen versorgt.

Mit solchen Becken wurden Kühe im Waadtländer Jura, in Freiburg und St. Gallen versorgt.

Leser-Reporter

Die Aufregung im französischen Dorf Rousses und in den Kommentarspalten der Lyoner Zeitung «Progrès» war gross, als dort vermeldet wurde, dass die Schweizer Armee Wasser aus dem Lac des Rousses gestohlen habe.

Mit dem Wasser wurden Kühe im Waadtländer Jura versorgt, die wegen der anhaltenden Trockenheit getränkt werden mussten. Am Donnerstag flog ein Schweizer Armeehelikopter den See an, und schöpfte Wasser ab.

Örtliche Behörden waren nicht informiert

Besonders sauer aufgestossen ist der Bevölkerung in Rousses, dass im Dorf selbst kurz zuvor der Wasserverbrauch eingeschränkt worden war, wie Bürgermeister Bernard Mamet auf Anfrage von «20 Minutes» erklärte. «Die Aktion hat ohne unser Wissen stattgefunden. Das ist nicht normal.»

Das Problem war, dass die örtlichen Behörden nicht darüber informiert waren, dass die Schweizer Wasser aus dem See holen würden. Denn: Die Schweizer hatten eine offizielle Bewilligung vom französischen Staat, wie Armeesprecher Daniel Reist erklärte. Der Lac des Rousses wurde aus Gründen der Effizienz gewählt: «Wir konnten pro Flug 15 Minuten Zeit gewinnen.»

Die Armee hat auch Kühe in den Freiburger Voralpen und im Kanton St. Gallen mit Wasser versorgt und dabei auf Wasser aus Schweizer Seen, zum Beispiel dem Lac de la Gruyère, zurückgegriffen.

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