17.03.2020 03:46

Schwarzenbach SG

Frau (25) rast mit 161 km/h in den Tod

Bei einem Unfall nach einem mutmasslichen Rennen mit zwei Mercedes ist eine Autofahrerin (25) gestorben. Beide Fahrerinnen waren angetrunken. Die Überlebende steht nun vor Gericht.

von
jeb
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Der Mercedes der damals 25-Jährigen prallte gegen einen TV-Verteilerkasten, dann gegen eine Mauer. Die Lenkerin ...

Der Mercedes der damals 25-Jährigen prallte gegen einen TV-Verteilerkasten, dann gegen eine Mauer. Die Lenkerin ...

Kapo SG
... wurde so schwer verletzt, dass sie noch auf der Unfallstelle verstarb. Der Mercedes der damals 24-Jährigen ...

... wurde so schwer verletzt, dass sie noch auf der Unfallstelle verstarb. Der Mercedes der damals 24-Jährigen ...

Kapo SG
... wurde ebenfalls beschädigt und landete in einer Wiese.

... wurde ebenfalls beschädigt und landete in einer Wiese.

Kapo SG

Die verhängnisvolle Fahrt fand in der Nacht auf den 28. März 2017 statt. Dies, nachdem die Beschuldigte und ihre Freundin reichlich Alkohol konsumiert hatten, jedenfalls mehr als die noch erlaubten 0,5 Promille. Laut Anklageschrift hatte die damals 24-Jährige Coiffeuse, die am Donnerstag vor dem Kreisgericht Wil stehen wird, zwischen 1,1 und 1,67 Promille intus. Laut Verteidigung hatte auch die später Verstorbene zünftig Alkohol konsumiert. Sie soll 1,7 Promille Alkohol sowie THC und Kokainspuren im Blut gehabt haben. Das habe die Obduktion ergeben.

Todesopfer nach mutmasslichem Raserrennen

2017 ereignete sich in Schwarzenbach SG ein schwerer Unfall. Eine damals 25-jährige Bosnierin verlor ihr Leben.
(Video: BRK News)

Aufnahmen der Bergungsarbeiten von damals.(Video: Beat R. Kälin)

Auf dem Nachhauseweg von einer Bar soll die Coiffeuse die Verkäuferin S.Z.* laut Anklageschrift herausgefordert haben. Innerorts auf der Wilerstrasse in Schwarenbach SG soll sie mit ihrem Mercedes C200 auf 100 km/h beschleunigt haben. Dies laut Staatsanwaltschaft im Wissen, dass sie damit Z., die mit ihrem Mercedes CLA220 hinter ihr fuhr, zu einem Rennen animieren könnte. Das klappte, die Bosnierin fuhr ihr zügig hinterher.

Nachdem ein Mitsubishi überholt wurde, ging das Rennen in die nächste Runde. Innerorts wurde das Auto der Beschuldigten auf 135 km/h beschleunigt, Anfang der 70er Zone in Richtung Oberuzwil fuhr sie noch 115 km/h und wurde von Z. mit 150 bis 161 km/h überholt. Das Auto der Bosnierin kam beim Überholen von der Strasse ab und sie prallte in eine Steinmauer. Dabei zog sie sich so schwere Verletzungen zu, dass Blut in die Luftwege und das Lungengewebe kam, was zu Erstickungstod führte.

Auch die Coiffeuse verunfallte mit ihrem Auto. Sie prallte in einen Steinbrocken der Mauer, der auf der Strasse lag. Ihr Auto kam von der Strasse ab und blieb rund 30 Meter vom Unfallort weg in einer Wiese stehen. Statt sich um ihre verunfallte Kollegin zu kümmern und die Rettungskräfte zu informieren, rief die damals 24-Jährige ihren Ex-Freund an. Dieser sollte ihr helfen, ihr Auto aus der Wiese zu bergen. Laut Anklageschrift, um danach die Unfallstelle verlassen zu können.

Freiheitsstrafe gefordert

Deshalb wird die Coiffeuse von der Staatsanwaltschaft auch wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall angeklagt. Im Vordergrund steht aber die Anklage wegen fahrlässiger Tötung, der mehrfachen qualifizierten groben Verkehrsregelverletzung und des Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand. Dafür verlangt die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren sowie eine bedingte Geldstrafe. Zudem soll die Coiffeuse die Kosten des Verfahrens übernehmen. Alleine die Untersuchungskosten liegen bei über 45'000 Franken.

Kein Rennen

Der Verteidiger der Coiffeuse bestreitet die Darstellungen der Staatsanwaltschaft. Grundsätzlich würde sich diese in wesentlichen Punkten auf Interpretationen stützen.

Seine Mandantin habe ihre Geschwindigkeit reduziert, als sie bemerkte, dass sie überholt werde. Zudem sei es zu keinem Unfall zwischen den beiden Autos gekommen, der den Tod der Überholenden herbeigeführt habe. Z. sei aufgrund des Aufpralls mit der Mauer gestorben. In diese sei sie gefahren, als sie während des Überholmanövers die Kontrolle über ihren Mercedes verlor. Vor allem würde man bestreiten, dass damals ein Rennen stattgefunden habe. Ob der Verteidiger einen Freispruch oder ein tieferes Strafmass fordern wird, gibt er vor der Verhandlung nicht bekannt.

* Name der Redaktion bekannt

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