Aktualisiert 18.01.2019 13:32

3,4 Promille im BlutFrau (32) attackiert Ehemann mit Brotmesser

Vor dem Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt SO musste sich eine junge Frau verantworten. Sie soll versucht haben, ihren Mann zu töten. Doch dieser verteidigt sie sogar.

von
bho
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Was geschah in der Märznacht 2018 in der Wohnung im Kanton Solothurn? Mit dieser Frage musste sich das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt beschäftigen.

Was geschah in der Märznacht 2018 in der Wohnung im Kanton Solothurn? Mit dieser Frage musste sich das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt beschäftigen.

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Fakt ist, dass die 32-jährige Frau laut Anklageschrift versuchte, ihren Ehemann zu töten. Tatwerkzeug soll ein Brotmesser gewesen sein, mit dem sie zuvor ihr Lieblingsplüschtier zerschnitten hatte. (Symbolbild)

Fakt ist, dass die 32-jährige Frau laut Anklageschrift versuchte, ihren Ehemann zu töten. Tatwerkzeug soll ein Brotmesser gewesen sein, mit dem sie zuvor ihr Lieblingsplüschtier zerschnitten hatte. (Symbolbild)

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Vor Gericht kann sich die Frau nur noch vage an die Nacht erinnern. Nachträglich wurden bei ihr 3,4 Alkoholpromille gemessen.

Vor Gericht kann sich die Frau nur noch vage an die Nacht erinnern. Nachträglich wurden bei ihr 3,4 Alkoholpromille gemessen.

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Was geschah in der Märznacht 2018 in der Wohnung im Kanton Solothurn? Mit dieser Frage musste sich das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt beschäftigen. Fakt ist, dass die 32-jährige Frau laut Anklageschrift versuchte, ihren Ehemann zu töten. Tatwerkzeug soll ein Brotmesser gewesen sein, mit dem sie zuvor ihr Lieblingsplüschtier zerschnitt, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Vor Gericht kann sich die Frau nur noch vage an die Nacht erinnern. Nachträglich wurden bei ihr 3,4 Alkoholpromille gemessen. Laut ihren Aussagen sind ihr lediglich drei Szenen geblieben: eine zerschlagene Weinflasche, der Ehemann, der sie zu Boden drückt, und Polizisten, die die Wohnung betreten.

«Zufall, dass der Mann nicht gestorben ist»

Für Staatsanwältin Petra Grogg ist klar, dass die Frau den Tod ihres Ehepartners in Kauf nahm: «Es ist nur dem Zufall zuzuschreiben, dass die Folge des Messerangriffs nicht der Tod des Ehemanns war.» Dem Mann war es gelungen, die Messerattacke reflexartig mit der Hand abzuwehren. Mit einer tiefen Schnittverletzung am rechten Daumen und keinen bleibenden Schäden kam der Mann vergleichsweise glimpflich davon.

Vor Gericht hatte die Frau quasi einen zusätzlichen Verteidiger, nämlich ihren Mann. Dieser sagte vor Gericht aus, dass er nicht gesehen habe, was seine Partnerin in den Händen hielt. Ausserdem führte er den Anwesenden im Gerichtssaal vor, wie gut es seinem Daumen gehe. Als seine Frau in Untersuchungshaft sass, habe er gelitten: «Das war das Schlimmste. Wir haben in dieser Zeit nichts voneinander gehört. Ich war allein.»

Der Frau droht der Landesverweis

Die Staatsanwaltschaft forderte für die 32-Jährige eine vierjährige Haftstrafe wegen versuchter Tötung. Womöglich hätte ein solches Urteil für die Frau noch weitere Konsequenzen, da sie nur eine B-Aufenthaltsbewilligung besitzt. Für die Verteidigung kommt allerhöchstens eine Geldstrafe wegen einfacher Körperverletzung infrage. Das Urteil wird in den kommenden Tagen erwartet.

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