Aktualisiert 05.12.2019 21:54

Millionär Peter Buser

Frau als Spielzeug – Mäzen provoziert Shitstorm

Der umtriebige Millionär Peter Buser veranstaltet in Basel ein Podium, an dem das Frauenbild des Philosophen Friedrich Nietzsche diskutiert wird. Jetzt tobt eine Kontroverse.

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Peter Buser will am Samstag in Basel ein Symposium mit dem Namen «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne» abhalten. Das stösst auf Kritik, wohl auch wegen Busers Auftreten.

Peter Buser will am Samstag in Basel ein Symposium mit dem Namen «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne» abhalten. Das stösst auf Kritik, wohl auch wegen Busers Auftreten.

Getty Images/Monika Fellner
Denn Buser (82) umgibt sich nach eigenen Angaben gerne mit jungen Frauen. SP-Frauen und Juso werfen ihm Sexismus vor.

Denn Buser (82) umgibt sich nach eigenen Angaben gerne mit jungen Frauen. SP-Frauen und Juso werfen ihm Sexismus vor.

Getty Images/Manfred Schmid
«Wenn ein solcher Eindruck entstanden ist, so kann dies daran liegen, dass mich zum Ärger vieler Bürger oft junge Frauen begleiten, die mein ödes 82 Jahre altes Junggesellenleben etwas auffrischen», erklärt Peter Buser in einem offenen Brief an Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

«Wenn ein solcher Eindruck entstanden ist, so kann dies daran liegen, dass mich zum Ärger vieler Bürger oft junge Frauen begleiten, die mein ödes 82 Jahre altes Junggesellenleben etwas auffrischen», erklärt Peter Buser in einem offenen Brief an Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

Peter Buser

Der exzentrische Millionär und Mäzen Peter Buser (82) veranstaltet am Samstag in Basel ein philosophisches Symposium zu Friedrich Nietzsche unter dem Titel «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne».

Über die Veranstaltung, die im Naturhistorischen Museum stattfinden wird, ist in der Stadt eine Kontroverse ausgebrochen. SP-Frauen und Juso gehen auf die Barrikaden und werfen Buser ein «sexistisches und diskriminierendes Weltbild vor. Sie fordern eine Absage. Sogar Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) qualifizierte das Podium als «nicht zeitgemäss».

Sprachwissenschaftler Buser, der ein Faible für pompöse Aufritte hat, will aber nicht klein beigeben und versandte am Donnerstag einen offenen Brief an Ackermann. Darin betont er, dass es sich in «keiner Weise um eine antifeministische Veranstaltung» handle. So habe er nebst «bestbekannten Professoren» auch Feministinnen zur Gesprächsrunde geladen. Auch Ackermann selbst sei herzlich eingeladen am Podium mitzudiskutieren. Allerdings drohte er Ackermann und einer Journalistin der «bz» erst am Mittwoch mit «Strafklage» wegen Rufschädigung.

Wer steht hier eigentlich am Pranger?

Dass die Frau dem Mann ein Spielzeug zu sein habe, sei keine Aussage von Buser, sondern ein Zitat aus Friedrich Nietzsches «Also sprach Zarathustra». In Anlehnung an die Ansichten des Philosophen sollten an dem Abend der «Gehorsam der Frau gegenüber dem Mann» diskutiert werden.

Doch Buser giesst derweil kräftig Öl ins Feuer: Er umgebe sich oft mit jungen Frauen, schreibt er, die sein «ödes 82 Jahre altes Junggesellenleben auffrischen» würden. Er wurde zu seinem Missfallen deshalb auch schon als «Playboy» betitelt. Zudem spricht er sich gegen «aggressive Auswüchse des Feminismus» aus. So brauche es das Verkehrsfrauchen auf der Ampel nicht. Auch schreibt er, dass Frauen den «Gehorsam zu ihrer eigenen Zufriedenheit leben» könnten.

Verhalten des Museums «nicht akzeptabel»

Damit bietet er Angriffsfläche für Kritik. Die Juso und die SP-Frauen verweisen in einer Medienmitteilung auf das Kulturleitbild des Kantons, der für das Museum verantwortlich ist, in dessen Räumlichkeiten die Veranstaltung stattfinden soll.

Das Verhalten des Museums sei «nicht akzeptabel» und entspreche nicht «zeitgemässen Wertvorstellungen». Buser dürfe keine Plattform gegeben werden, um sein «rückwärtsgewandtes Weltbild der Öffentlichkeit zu präsentieren». SP-Grossrätin Michela Seggiani sagt: «Der Name der Veranstaltung ist bewusst gewählt, um zeigen, dass er machen kann, was er will, weil er Geld hat.»

Der Kanton wiederum verweist auf die Museumsdirektion. Die Museen seien bezüglich Inhalt und Finanzierung gemäss Museumsgesetz selbstständig, wie bei Telebasel zu lesen ist.

Buser unterstützte Ausstellung mit 400'000 Franken

Laut dem «Regionaljournal» von SRF erkaufte sich Buser die Veranstaltung, indem er der akutelle Nietzsche-Ausstellung «Übermensch» des Historischen Museums eine Finanzspritze von 400'000 Franken gab. Die Ausstellung findet anlässlich Nietzsches 175. Geburtstag statt. Der einflussreiche und streitbare Philosoph lebte und lehrte jahrelang in Basel.

Buser dementiert diese Anschuldigung auf Facebook: «Es gibt den erwähnten Deal gar nicht», schreibt er. Das Geld habe er zwar gezahlt, eine Gegenleistung gebe es aber nicht. Was genau im Vertrag zwischen dem Museum und Buser steht, ist indes unbekannt. Das Museum legte den Inhalt des Vertrags nicht offen.

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