Aktualisiert 13.02.2009 14:44

«Nazi-Attacke»Frau aus Brasilien war nicht schwanger

Erste Untersuchungsergebnisse der Polizei und des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich zum ungeklärten Vorfall am Bahnhof Stettbach.

Das Untersuchungsergebnis im Wortlaut:

Wie gemeldet wurde am Montagabend, 9. Februar 2009, eine Streifenwagenbesatzung der Stadtpolizei Zürich zum Bahnhof Stettbach gerufen, wo sie eine 26-jährige Brasilianerin mit diversen oberflächlichen Schnittverletzungen antraf. Die Frau erklärte den Polizisten, dass sie von drei Männern angegangen und mit einem Messer verletzt worden sei. Im Weiteren erklärte sie, dass sie im dritten Monat schwanger gewesen sei und die ungeborenen Zwillinge in der Bahnhofstoilette verloren habe. Die Umstände, die zu diesen Verletzungen geführt hatten, sind nach wie vor unklar. Die intensiven und umfassenden Ermittlungen der Stadtpolizei und des Instituts für Rechtsmedizin gehen unvermindert weiter. In der Zwischenzeit liegen erste polizeiliche und medizinische Erkenntnisse vor. Spezialistinnen und Spezialisten der Stadtpolizei konnten inzwischen die betroffene Frau und weitere Personen ausführlich befragen. Aus Persönlichkeitsschutzgründen und aus ermittlungstaktischen Gründen werden über die Ergebnisse dieser Befragungen keine Auskünfte erteilt.

Spezialisten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei sowie Kriminaltechniker der Kantonspolizei Zürich haben am Montagabend, 9. Februar 2009, diverse Spuren gesichert. Die Auswertungen sind im Gange und es stehen noch weitere kriminaltechnische Abklärungen aus.

Im Zuge der ersten Nahbereichsfahndung wurden am Montagabend in Zürich- Schwamendingen drei Männer von der Stadtpolizei überprüft. Bei der Kontrolle der Männer ergab sich kein dringender Tatverdacht, der eine Festnahme gerechtfertigt hätte.

Die medizinischen Abklärungen des Instituts für Rechtsmedizin und des Universitätsspitals Zürich haben ergeben, dass die 26-jährige Frau zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht schwanger war. Die Abklärungen hinsichtlich der Schnittverletzungen sind noch nicht definitiv abgeschlossen. Das Institut für Rechtsmedizin klärt nun unter Einbezug der bis jetzt vorliegenden und noch ausstehenden Ermittlungsergebnisse ab, ob aufgrund des Verletzungsmusters aus rechtsmedizinischer Sicht von Fremd- oder Selbstbeibringung auszugehen ist.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass die aufwändigen Ermittlungen in den nächsten Tagen abgeschlossen werden können. Dementsprechend werden zur Zeit auch keine weitergehenden Aussagen gemacht.

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