Über Zaun geklettert: Frau aus Gefängnis Hindelbank geflohen
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Über Zaun geklettertFrau aus Gefängnis Hindelbank geflohen

Eine Kroatin kletterte am Dienstag über den Zaun im Gefängnis und floh. Sie wurde noch nicht gefasst.

Eine Frau konnte aus dem Frauengefängnis Hindelbank fliehen, indem sie über den Zaun kletterte.

Eine Frau konnte aus dem Frauengefängnis Hindelbank fliehen, indem sie über den Zaun kletterte.

Keystone/Marcel Bieri

Einer Insassin des Frauengefängnisses Hindelbank ist am Dienstagabend die Flucht gelungen. Statt wie abgemacht den internen Gesundheitsdienst aufzusuchen, kletterte sie nach dem Verlassen ihrer Wohngruppe über den Sicherheitszaun und suchte das Weite.

Bereits eine Minute nach der Flucht habe der hausinterne Sicherheitsdienst die Verfolgung aufgenommen, sagte am Samstag die Direktorin der Justizvollzugsanstalt Hindelbank, Annette Keller. Denn das Übersteigen des Sicherheitszauns löste einen Alarm aus.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Doch sei die 30- bis 40-jährige Frau nicht zu fassen gewesen und weiterhin flüchtig. Keller bestätigte damit eine Meldung des Regionalfernsehsenders TeleBärn vom Samstag.

Die Bevölkerung sei nicht informiert worden, weil die Frau nicht gefährlich sei. Die Kroatin sei wegen Diebstahls und anderer Vermögensdelikte inhaftiert gewesen. In solchen Fällen informiere das Amt für Justizvollzug nur auf Anfrage, nicht aktiv.

Veraltete Anlagen

Laut Keller profitierte die Frau davon, dass der Sicherheitszaun rund um das einzige Frauengefängnis der Schweiz nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht. Die Schutzvorrichtungen seien veraltet.

Das sei so, weil der Kanton Bern seit Längerem überlege, wie es mit dieser Anstalt weitergehen solle, sagte Keller weiter. In der Tat plante die Berner Regierung noch vor ein paar Jahren, das Frauengefängnis in Hindelbank aufzugeben und nach Witzwil im Seeland zu verlegen.

Letzte Flucht vor fünf Jahren

Im Oktober 2013 gab die Kantonsregierung dann bekannt, sie sei von dieser Idee abgerückt. Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion habe den Auftrag bekommen, die Planungsarbeiten neu auszurichten. Im Vordergrund stehe die Sanierung der Gebäude – oder laut Annette Keller auch ein Neubau – in Hindelbank.

Nach wie vor sei die Zukunft unklar, sagt dazu Direktorin Keller. Diese werde im Rahmen der Gesamtstrategie des Amts für Justizvollzug neu geprüft. Um die Sicherheitsanlagen auf den neusten Stand zu bringen, bedürfe es einer Investition von mehreren Millionen Franken.

Nach der Flucht gelte es, finanziell vertretbare Sofortmassnahmen zu prüfen. Die letzte Flucht aus dem Gefängnis Hindelbank ereignete sich laut Keller vor fünf Jahren.

(sda)

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