Publiziert

Vorsicht VerwechslungsgefahrFrau bekam nach Salat Ausschlag im Mund

Ein Grosshändler hat kürzlich Bärlauch zurückgerufen, weil er mit giftigem Aronstab verunreinigt war. Eine Frau hatte nach dem Essen eines Bärlauchsalats Ausschlag im Mund bekommen.

von
20M
1 / 8
Eine Bärlauchpflanze.

Eine Bärlauchpflanze.

Wikimedia/Archenzo
Hier ein ganzes Feld.

Hier ein ganzes Feld.

Wikimedia/FalkOberdorf
Zum Vergleich: Ein Bild des Aronstab.

Zum Vergleich: Ein Bild des Aronstab.

Wikimedia/Flora Kln

Die Situation sei sehr unangenehm, so Patrick Grabher, Geschäftsführer von Fruchtexpress Grabher aus Frastanz (A) gegenüber den «Vorarlberger Nachrichten». Im seinem Bärlauch wurde nämlich Aronstab entdeckt. Wie das «St. Galler Tagblatt» am Montag schreibt, hat das Unternehmen auch an den Schweizer Gastronomie-Grosshändler Aligro, der unter anderem Filialen in Gossau und Frauenfeld betreibt, Bärlauch geliefert.

Nach Bekanntwerden der Verunreinigung hat Aligro den Bärlauch vergangene Woche zurückgerufen und aus dem Verkauf genommen. Weil Aronstab an den gleichen Stellen wie Bärlauch wächst, kann er mit dessen essbaren Blättern verwechselt werden. Eigentlich sehen Aronstab-Blätter aber deutlich anders aus als Bärlauch, sie sind pfeilförmig und haben Widerhaken am Stielansatz. Einzig ganz junge Blätter können dem Bärlauch gleichen, ihre Blattnerven sind jedoch unregelmässig und nicht parallel wie beim Bärlauch.

Einzelfall

Das Unternehmen stellte die Verunreinigung bei internen Kontrollen fest, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen mitteilte. Betroffen vom Rückruf und vom Verkaufsstopp sind 500-Gramm-Säcke des Bärlauchs Klasse 1 des Lieferanten Fruchtexpress Grabher in Frastanz, Österreich.

Grabher habe aus den Medien davon erfahren. «Wir hatten lediglich gewusst, dass eine Frau einen Bärlauchsalat gegessen und daraufhin einen Ausschlag im Mund bekommen hatte», wird er zitiert. Es sei das erste Mal, dass es zu so einer Verunreinigung gekommen ist.

Noch weitere Verwechslungsgefahr

Nebst dem Aronstab hat der Bärlauch noch weitere giftige «Verwandte». So sehen auch die Blätter von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen denjenigen des Bärlauchs ähnlich.

Beim Aronstab sind alle Teile der Pflanze giftig. In den Blättern sind Kristalle, die den Magen oder die Mundschleimhaut verätzen können. «Das ermöglicht anderen Giftstoffen, in den Körper zu gelangen», so Klaus Zimmermann von der Erlebnis-Naturschau «inatura» in Dornbirn gegenüber den «Vorarlberger Nachrichten». Das sei vor allem für Kinder ein grosses Risiko. Aber auch Weidevieh erlitt durch den Verzehr der Blätter bereits tödliche Vergiftungen.

Auch beim Maiglöckchen sind alle Teile giftig, besonders aber die Blüten und Früchte. Nach dem Essen können Übelkeit, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Schwindel oder Brustbeklemmung auftreten. «Die Herbstzeitlose hat das allerstärkste Gift», so Zimmermann. «Wenn dieses Zellgift seine Wirkung tut, dann gibt es nur wenige Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen.» In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Verwechslungsfällen mit dem Bärlauch, die tödlich endeten. (20M/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.