11.05.2017 07:15

Präsidentengattin«Frau Berset ist die Frau Macron der Schweiz»

Präsidentengattin Brigitte Macron hat Europa den Kopf verdreht. In Bundesrat Alain Bersets Gattin stecke ebenso viel Potenzial, sagt ein Stilexperte.

von
B. Zanni
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«Die Bersets sind für mich das grösste Stilkapital im Bundeshaus», sagt van Rooijen. Alain Bersets (SP) Frau Muriel Zeender Berset (44) könnte ohne grossen Aufwand mit Brigitte Macron mithalten.

«Die Bersets sind für mich das grösste Stilkapital im Bundeshaus», sagt van Rooijen. Alain Bersets (SP) Frau Muriel Zeender Berset (44) könnte ohne grossen Aufwand mit Brigitte Macron mithalten.

Keystone/Martial Trezzini
«Muriel Zeender Berset strahlt so viel Glamour aus wie die französische Schauspielerin Audrey Tautou und hat daher die besten Anlagen einer Präsidentengattin à la Brigitte Macron.»

«Muriel Zeender Berset strahlt so viel Glamour aus wie die französische Schauspielerin Audrey Tautou und hat daher die besten Anlagen einer Präsidentengattin à la Brigitte Macron.»

Keystone/Peter Schneider
Van Rooijen lobt ihre «liebliche Frisur», das «super Lächeln» und dass sie «ab und zu auch das eine oder andere überraschende Kleid» trage.

Van Rooijen lobt ihre «liebliche Frisur», das «super Lächeln» und dass sie «ab und zu auch das eine oder andere überraschende Kleid» trage.

Keystone/Alexandra wey

Wo immer Frankreichs neuer Präsident auftritt, da ist auch sie: Brigitte Macron. Im Wahlkampf war die Ehefrau und engste Beraterin stets an Emmanuel Macrons Seite. Bilder von leidenschaftlichen Küssen des Paars gingen um die Welt. Innert Kürze schafften es die Macrons viermal auf das Cover des People-Magazins «Paris Match». Aber auch ohne ihren Gatten steht Brigitte Macron im Rampenlicht. Als «hypersexy» mit «schönen Beinen» priesen Modemagazine die 64-Jährige, die gern auch Miniröcke, Jeans und Lederhosen trägt.

Nach dem Hype um die Wahl wird sich die Welt um die Präsidentengattin weiterhin reissen. Denn Emmanuel Macron machte klar: «Sie wird an meiner Seite sein.» Auch kündigte er an, ihr eine offiziellere Position als bisher zu verschaffen.

«Bersets Frau hat Glamour wie Audrey Tautou»

Dagegen fristen die Gattinnen und Gatten der Schweizer Bundesräte ein Schattendasein. In der Öffentlichkeit begleiten sie ihre Partner nach den Amtsantrittsfeiern höchstens an Filmfestivals oder an grosse Volksfeste.

Doch geht es nach Stilberater Jeroen van Rooijen, «schlummert» auch in der Schweizer Regierung das Potenzial der Macrons. «Die frischen Bersets sind für mich das grösste Stilkapital im Bundeshaus», sagt van Rooijen. Alain Bersets (SP) Frau Muriel Zeender Berset (44) könnte ohne grossen Aufwand mit Brigitte Macron mithalten. «Muriel Zeender Berset strahlt so viel Glamour aus wie die französische Schauspielerin Audrey Tautou und hat daher die besten Anlagen einer Präsidentengattin à la Brigitte Macron.»

Van Rooijen lobt ihre «liebliche Frisur», das «super Lächeln» und dass sie «ab und zu auch das eine oder andere überraschende Kleid» trage. «Sie ist nicht eine von den Ehepartnern, die sich vergraben.» Dennoch könne sie an ihrem Auftritt noch arbeiten. «Nur schon ganz wenig Beratung – es reicht der Rat einer Freundin – könnte aus ihr ein echtes Stilvorbild machen.» Er empfiehlt ihr, ihre weibliche Seite noch etwas herauszuholen. «Sie könnte mehr Rock, mehr Bein und mehr Körperformen zeigen, ohne anzüglich zu wirken.»

«Leuthards Partner hat was von einem Philosophen»

Bei den männlichen Partnern macht Roland Hausin, Doris Leuthards (CVP) Partner, das Rennen. Van Rooijen: «Mit seinen weissen Locken hat er etwas von einem Literaten oder Philosophen. Er strahlt etwas Interessantes aus.»

Pauschal fällt die Bilanz des Stilberaters ernüchternd aus: «Bei den Gattinnen der Bundesräte fehlt aber grundsätzlich ‹ein erheblicher Schuss Glamour›. Es gebe in den Schweizer Klein- und Mittelstädten sehr viele Frauen, die sich mehr praktisch als elegant kleiden und frisieren. «Insofern sind einige Bundesratsgattinnen repräsentative ‹Botschafterinnen der Schweizer Werte›.»

«Leistung und Bescheidenheit» statt «grosse Auftritte»

Dass die Partner der Bundesräte künftig mehr das Rampenlicht suchen, ist unwahrscheinlich. Bundesrats-Sprecher André Simonazzi präzisiert: «Für Partnerinnen oder Partner von Bundesräten ist im politischen System der Schweiz keine spezifische Rolle vorgesehen.» Sie träten aber bei ausgewählten offiziellen Anlässen wie Staatsbesuchen oder offiziellen Besuchen an der Seite ihres Partners auf.

Politologe Mark Balsiger erklärt: Während die Franzosen die grossen Auftritte liebten, sei in der Schweiz Leistung und Bescheidenheit gefragt. «Das Schweizer Volk würde es als überheblich wahrnehmen, wenn zum Beispiel Bundespräsidentin Doris Leuthard plötzlich überall mit ihrem Gatten auftauchen würde.» Bei Ruth Metzler (CVP) habe sich gezeigt, dass Schweizer Bundesräte scheitern, wenn sie sich zu stark inszenieren wollten. «Sie erschien regelmässig in der ‹Schweizer Illustrierten›, nahm aber kaum an Kommissionssitzungen teil, was ihr zum Vorwurf gemacht wurde.»

Laut Balsiger erlaubt auch das politische System keine grössere Präsenz für die Partner. «Einzelne Personen vertreten unser Land. Wir haben kein Präsidialsystem mit einem Präsidenten, um den sich alles dreht.» Laut Balsiger würde Schweizer Polit-Glamour à la Macron auch dem Land international keine Vorteile bringen. «Aufmerksamkeit heisst noch lange nicht, dass ein Land bei Verhandlungen mehr Einfluss hat.»

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