Aktualisiert 31.07.2018 10:14

Kanton Waadt

Frau entlassen, weil sie Hoden nicht waxen wollte

Die Inhaberin eines Kosmetiksalons im Kanton Waadt und ihre Angestellte sind sich in die Haare geraten. Streitpunkt: Genital-Enthaarung.

von
fnt/kat
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Waxing ist nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern populär. (Bild: Youtube)

Waxing ist nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern populär. (Bild: Youtube)

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Schweizer Waxing-Studios verzeichnen eine steigende Anzahl männlicher Kunden, die sich nicht nur Brust und Rücken enthaaren, sondern auch gleich die Haare am Hinterteil, dem Damm und um den Penis entfernen lassen wollen. (Bericht 20 Minuten, November 2017)

Schweizer Waxing-Studios verzeichnen eine steigende Anzahl männlicher Kunden, die sich nicht nur Brust und Rücken enthaaren, sondern auch gleich die Haare am Hinterteil, dem Damm und um den Penis entfernen lassen wollen. (Bericht 20 Minuten, November 2017)

Patricia* hat einen Brief der Arbeitslosenkasse erhalten. Darin wird sie aufgefordert, die genauen Umstände zu erklären, die zum Verlust ihrer Stelle geführt haben. Ihre einstige Arbeitgeberin hatte die Kündigung nämlich mit der folgenden Aussage begründet: «Sie weigerte sich, Männer zu enthaaren.»

Patricia fürchtet nun, dass ihr die Arbeitslosengelder gekürzt oder gar gestrichen werden. Das Gesetz sieht nämlich vor, Arbeitnehmer, die ihren Job aus eigenem Verschulden verlieren, zu sanktionieren. Also wehrt sie sich: «Es ist falsch zu sagen, dass ich mich weigere, Männer zu enthaaren», protestiert Patricia. «Wegen meines Schamgefühls und aus Hygienegründen möchte ich aber die Hoden von Männern nicht anfassen.»

Die 40-Jährige gab ihrer Arbeitgeberin an, damit keine Erfahrung zu haben und sich dabei nicht wohlzufühlen. Auch auf der Website des Kosmetikstudios sei die Genital-Enthaarung in den Dienstleistungen aufgeführt.

«Nicht angebracht, dies zu verlangen»

Françoise Favre, Assistenzleiterin des kantonalen Arbeitsamts Waadt, kann sich zu dem Fall nicht im Detail äussern. «Es wurde diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen», sagt sie.

«Aus persönlicher Sicht scheint es mir nicht angebracht zu sein, so etwas zu verlangen, vor allem wenn es sich um keine in einem Beruf übliche Praxis handelt.» Favre betont, dass sich das Arbeitslosenamt nicht in erster Linie um Sanktionen, sondern um die Wiedereingliederung der Stellensuchenden bemüht.

*Name der Redaktion bekannt.

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