St. Gallen - Frau geht wegen Maskenbusse vor Gericht – jetzt wird es noch teurer
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St. Gallen Frau geht wegen Maskenbusse vor Gericht – jetzt wird es noch teurer

Eine Frau wollte eine Busse nicht bezahlen, die die Transportpolizei der SBB ihr ausstellte. Ein Gericht senkte sie zwar, doch wegen der Verfahrenskosten muss sie jetzt mehr bezahlen.

von
Florian Osterwalder
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In der Schweiz gilt Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Für eine 52-Jährige, die eine Busse der SBB-Transportpolizei erhielt, wird es nun teuer. (Symbolbild) 

In der Schweiz gilt Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Für eine 52-Jährige, die eine Busse der SBB-Transportpolizei erhielt, wird es nun teuer. (Symbolbild)

Bodo Marks/dpa

Darum gehts

  • Während einer Zugfahrt von St. Gallen nach Herisau trug eine Frau keine Maske.

  • Sie sagte der Transportpolizei der SBB, dass sie mit Maske keine Luft bekomme.

  • Ein Attest, welches sie von der Maskentragepflicht befreit, konnte sie nicht vorweisen.

200 Franken Busse stellte das Untersuchungsamt St. Gallen der Frau aus. Dies, weil sie im Zug von St. Gallen nach Herisau keine Maske trug. Das Ganze ereignete sich im Februar dieses Jahres. Die 52-Jährige wurde von der Transportpolizei der SBB kontrolliert und beteuerte, dass sie keine Luft bekomme, wenn sie eine Maske tragen müsse. Ein Attest, das sie von der Maskenpflicht befreit hätte, konnte sie nicht vorweisen, wie das «Tagblatt» schreibt. Laut Strafbefehl erläuterte sie der Transportpolizei, dass sie trotz Anfrage bei der Hausärztin keines bekommen hat.

Die Frau erhob Einsprache am Kreisgericht St. Gallen

Doch die Frau wollte den Strafbefehl so nicht akzeptieren. Sie erhob Einspruch, weshalb beim Kreisgericht in St. Gallen eine Verhandlung anberaumt wurde. Sie versuchte, dem Einzelrichter zu erklären, dass sie unter keinen Umständen eine Maske tragen kann. Auch vor Gericht trug die Frau keinen Mundschutz.

Laut «Tagblatt» erzählte sie dem Richter, wie sie unter grosser Atemnot litt während eines Praktikums in einer Pflegeeinrichtung. Dabei sei es ihr immer schlechter gegangen. Weiter berichtete sie, dass sie am ganzen Körper Entzündungen bekam und oft eine Pause einlegen musste. Ihre Hautärztin schickte sie zu einem Neurologen. Sie redet auch von Blackouts, Panikattacken und Ohnmachtsgefühl, die sie erlitten hat.

Die Frau erzählt weiter, dass sie in Panik zu ihrer Hausärztin gegangen sei. Der Grund dafür: Sie hatte Angst, dass sie an Demenz leidet. Von der Hausärztin wollte die Frau ein Attest, welches sie von der Maskenpflicht befreit hätte. Die Hausärztin verweigerte ihr das jedoch und antwortete, mit «diesen Scheiss mache ich nicht mit.» Die Untersuchungen beim Neurologen hätten gezeigt, dass sie gesund sei. Die Panikattacken stufte der Arzt als wohl psychosomatisches Problem ein. Weil sie dachte, dass der Arzt ihr das Maskenattest wie ihre Hausärztin auch verweigere, habe sie ihn gar nicht erst danach gefragt.

Gesundheitliche Probleme wegen der Maskenpflicht?

Am Schluss der Verhandlung erklärte die Frau, ihre Maskenverweigerung habe auch noch religiöse Gründe. Im Vordergrund stünden aber eindeutig die gesundheitlichen Probleme. Nach der Urteilsberatung gab dann der Einzelrichter das Urteil bekannt. Er sprach die Beschuldigte wegen Widerhandlung gegen die Covid-19-Verordnung schuldig und senkte die Busse von 200 Franken auf 150 Franken. Jedoch muss die 52-Jährige die Verfahrenskosten zur Hälfte übernehmen. Diese betragen 1150 Franken. Die andere Hälfte übernimmt der Staat.

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