Aktualisiert 06.11.2015 10:32

Fehraltorf ZH

Frau gerät auf Spaziergang in eine Treibjagd

Bei einem Waldspaziergang sah sich eine junge Frau (23) plötzlich einem Jäger samt Gewehr gegenüber. Das passiere gar nicht so selten, sagt ein Jagd-Obmann.

von
zed
Beim Waldrand beim Flughafen Speck begegnete die Spaziergängerin dem Jäger.

Beim Waldrand beim Flughafen Speck begegnete die Spaziergängerin dem Jäger.

Eine 23-jährige Frau erfuhr einen bitteren Schrecken, als sie bei einem Waldspaziergang in Fehraltorf beim Flugplatz Speck plötzlich einem Jäger mit Waffe in der Hand gegenüberstand. Aus der Entfernung konnte sie Schüsse hören, berichtet der «Tages-Anzeiger». Sie war mitten in eine Treibjagd geraten. Darauf sei aber weder in der Gemeindezeitung noch am Eingang des Waldstücks hingewiesen worden, erzählt die junge Frau.

Der Jagd-Obmann Andrea Picenoni betont allerdings, dass trotz der zahlreichen Jäger, die in diesem Waldstück unterwegs waren, zu keiner Zeit Gefahr für Spaziergänger oder für Hündeler bestanden habe. Es komme immer wieder einmal vor, dass Passanten von Jägern erschreckt würden. Die Fehraltorfer Jäger haben dennoch beschlossen, in Zukunft zusätzliche Schilder aufzustellen und in den Publikationsorganen der Gemeinde auf die Jagdsaison hinzuweisen.

«Je besser sichtbar, desto besser»

Jäger im Kanton Zürich sind nicht dazu verpflichtet, eine Jagd anzukündigen. Max Keller, Obmann des Jagdbezirks Weinland, sagt aber, dass sie dies in der Regel trotzdem täten. Dennoch sei in der Jagdsaison von beiden Seiten Vorsicht geboten. Insbesondere Hundehalter müssten ihre Tiere entweder an einer Leine führen oder gut im Griff haben.

Laut Urs Philipp ist es in den letzten 15 Jahren zu drei Verletzten aufgrund der Jagdsaison gekommen. Zwei davon waren als Treiber in die Jagd involviert, bei der dritten Person handelt es sich allerdings um einen Passanten, der von Schrot verletzt wurde. Phillip rät deshalb, dass sich Fussgänger, die in eine Gesellschaftsjagd geraten, unaufgeregt entfernen. «In dieser Situation darf man sich auf keinen Fall hinter einem Busch oder Baum verstecken. Es gilt: Je besser sichtbar, desto besser», so Philipp.

Die Jagdsaison in den Zürcher Wäldern läuft seit dem 1. Oktober und dauert bis Ende Januar an. Dabei würden laut Philipp auch immer wieder Kontrollen durchgeführt. So werde beispielsweise überprüft, ob alle Jäger im Besitz eines Treffsicherheitsnachweises seien, wie der Anlass organisiert sei und welche Hunde dabei eingesetzt werden.

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