Aktualisiert 10.04.2020 09:55

Suhr AG

3 Personen nach Attacke mit Pfefferspray verhaftet

Vor einer Migros-Filiale in Suhr kam es am Donnerstag zu einer Schlägerei. Dabei wurde eine Schwangere mit einem Pfefferspray angegriffen.

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Am Donnerstagabend kam es vor einer Migros-Filiale in Suhr AG zu einem handgreiflichen Zwischenfall. Eine Kundin warf einer schwangeren Frau vor, sich ihr zu sehr genähert zu haben. Damit verstosse sie gegen die vom Bund verordneten Distanzregeln, warf die Kundin der Schwangeren vor. Die Diskussion eskalierte – am Schluss bekam die schwangere Frau eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht.

Wie Leser-Reporter I. R.* gegenüber 20 Minuten schildert, kam es zunächst zum Streit zwischen einem Paar und der schwangeren Frau. «Abstand, gopfertammi! Das Bundesamt hat das befohlen. Und jetzt kommt die Polizei, genau deswegen», drohte der Kunde. Der Mann der Schwangeren interveniert: «Schrei meine Frau nicht an!», forderte er. Während beide Männer diskutierten, hantierte die Kundin schon mit dem Pfefferspray.

Angreiferin traf sogar ihren Mann

Die schwangere Frau und ihr Mann wollten schon gehen, da drückte die Kundin auf den Auslöser. Der Mann der Schwangeren wurde wütend und warf eine Petflasche gegen die Angreiferin. Es flogen die Fäuste. Die Kundin sprayte der Schwangeren aus kurzer Distanz Reizstoff ins Gesicht.

«Meine Frau ist schwanger, du verdammter H***nsohn!», schrie der Mann, während der andere ihn zu schlagen versuchte. Die Angreiferin drückte erneut einige Male auf den Auslöser – diesmal traf ein Strahl sogar ihren eigenen Mann.

Die schwangere Frau sass am Boden, ihre Augen tränten. Ihr Mann kam mit einem Tuch zur Hilfe. Das Angreiferpaar verschwand indes in die Migros-Filiale. Wenig später traf die Polizei ein.

Drei Personen festgenommen

Bei der Kantonspolizei Aargau bestätigt man den Einsatz. Laut Sprecher Bernhard Graser ging am Donnerstag kurz nach 15.30 Uhr die Meldung über eine Schlägerei ein. «Als die Polizei wenig später eintraf, hatte sich die Situation beruhigt», sagt Graser. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte einen 67-jährigen Schweizer, seine 36-jährige Frau, ebenfalls Schweizerin, sowie einen 39-jährigen Serben und eine 25-jährig Frau aus Costa Rica an.

«Da beim 67-Jährigen der Verdacht auf Nasenbeinbruch bestand, wurde er zur Kontrolle ins Spital gebracht», so Graser. Ebenso mit der Ambulanz ins Spital gebracht wurde der 39-jährige Mann. Er hatte Prellungen und Schürfungen erlitten. Vorsorglich im Spital untersucht wurde laut Graser auch die hochschwangere 25-Jährige.

Strafuntersuchung eröffnet

Die genauen Umstände der Auseinandersetzung sind noch unklar. Die Kantonspolizei Aargau nahm den 67-Jährigen, die 36-Jährige sowie den 39-Jährigen für die weiteren Ermittlungen fest. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat inzwischen eine Strafuntersuchung eröffnet.

Graser fügt an: «Die auf dem Video zu hörende Äusserung wegen des Abstandes ist der Hitze des Wortgefechts zuzuschreiben und stellt trotz der noch ungeklärten Umständen nicht die Ursache des Vorfalls dar.» Es wäre somit unzutreffend, den Vorfall mit Corona in Verbindung zu bringen, so Graser.

* Name der Redaktion bekannt

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