Kanton Freiburg: Frau heiratet Bruder ihres Ex, damit er bleiben darf
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Kanton FreiburgFrau heiratet Bruder ihres Ex, damit er bleiben darf

Eine Türkin hat zugegeben, eine Scheinehe geführt zu haben. Sie, ihr Ehemann und ihr Ex-Mann wohnten sogar zusammen. Nun wurde sie verurteilt.

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Christian Humbert/kün
Das falsche Liebespaar hat 2008 in der Türkei geheiratet. Nun wurde die Frau von der Staatsanwaltschaft Freiburg verurteilt. (Bild: Google Street View)

Das falsche Liebespaar hat 2008 in der Türkei geheiratet. Nun wurde die Frau von der Staatsanwaltschaft Freiburg verurteilt. (Bild: Google Street View)

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«Ich habe nicht gewusst, dass meine Frau vorher mit meinem Bruder verheiratet war»: Diese Aussage von Devrim* konnte die Freiburger Justiz nicht überzeugen. Zumal der Türke, sein Bruder Fatih*, ihre heute gemeinsame Ex-Frau Gizem* und die zwei Kinder aus erster Ehe in derselben Wohnung lebten, wie 20 minutes schreibt.

Sechs Monate nach ihrer Scheidung denunzierte Gizem ihren zweiten Ehemann Devrim beim kantonalen Amt für Bevölkerung und Migration. Das Amt leitete den Fall im Juli 2015 an die Freiburger Justiz weiter. Die zwei falschen Turteltäubchen hatten im Jahr 2008 in der Türkei «Ja» gesagt. Doch ging es bei der Eheschliessung lediglich um die Aufenthaltspapiere des Mannes. Denn die 38-jährige Gizem verfügt über eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz.

«Wir hatten nie eine romantische Beziehung»

«Meine zweite Ehe war nur eine Zweckgemeinschaft», hat sie anerkannt. Ziel sei es gewesen, für den Bruder ihres Ex-Mannes Papiere zu erhalten. «Wir hatten nie eine romantische Beziehung. Ich hatte ihn vor der Eheschliessung auch nur einmal gesehen.»

Gizem gab zu, dass die Eheschliessung ihre soziale und finanzielle Situation verbessert habe. Doch sie versicherte, kein Geld dafür bekommen zu haben. «Den Bruder meines Ex-Mannes zu heiraten, war kein Problem für mich, da es nicht um Liebe ging. Ziel war nur, ihm zu helfen.»

Zweitem Ehemann droht Ausschaffung

Die Türkin wurde nun zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen auf Bewährung und zu einer Busse von 700 Franken verurteilt. Devrim, der geschworen hatte, dass seine Ehe «ganz real» gewesen sei, muss noch auf seine Verurteilung warten. Er muss damit rechnen, aus der Schweiz ausgewiesen werden.

*Namen geändert

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