«Zu dunkel»: Frau kauft Baby – und gibt es wieder zurück
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«Zu dunkel»Frau kauft Baby – und gibt es wieder zurück

Um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, hat eine Italienerin einer anderen Frau ein Kind abgekauft. Doch die Hautfarbe des Babys passte ihr nicht.

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Francesca Zorzo (35) aus Latina in der italienischen Provinz Lazio für 20'000 Euro ein neugeborenes Mädchen gekauft.

Francesca Zorzo (35) aus Latina in der italienischen Provinz Lazio für 20'000 Euro ein neugeborenes Mädchen gekauft.

Polizia di Stato
Die Rumänin Nicoleta Vergica Tanase hatte das Kind am 15. März 2017 zur Welt gebracht, wollte es aber nicht behalten.

Die Rumänin Nicoleta Vergica Tanase hatte das Kind am 15. März 2017 zur Welt gebracht, wollte es aber nicht behalten.

Polizia di Stato
Drei Tage, nachdem Zorzo das Kind nach Hause genommen hatte, brachte sie es der leiblichen Mutter zurück: Das Baby sei zu dunkel, meinte Zorzo.

Drei Tage, nachdem Zorzo das Kind nach Hause genommen hatte, brachte sie es der leiblichen Mutter zurück: Das Baby sei zu dunkel, meinte Zorzo.

Polizia di Stato

Francesca Zorzo (35) aus Latina in der italienischen Provinz Lazio wünschte sich sehnlichst ein zweites Kind. Weil ihr Mann wegen Drogendelikten in Haft sitzt, täuschte Zorzo ihre Schwangerschaft in ihrem Familien- und Bekanntenkreis vor. Sie erzählte allen, sie sei während eines Besuchs im Gefängnis von ihrem Mann schwanger geworden. Um das vorzutäuschen, kaufte sie sogar einen Plastikbauch im Internet.

Wie «La Repubblica» berichtet, nahm Zorzo ausserdem Kontakt zu Youssef Berrazzuk (48) auf. Der Marokkaner wusste, dass die Rumänin Nicoleta Vergica Tanase (24) schwanger war und ihr Baby zur Adoption freigeben wollte. Das Trio einigte sich auf einen Kaufpreis für das Kind: umgerechnet 21'600 Franken.

Eine Frage machte die Behörden stutzig

Am 15. März brachte Tanase im Spital von Anzio ein Mädchen zur Welt. Dass der Vater des Kindes ein Asylbewerber aus Mali ist, verschwieg sie. Zorzo nahm das Kind nach Hause, brachte es aber nach drei Tagen wieder zu Tanase zurück: Sie wolle «den Mischling» nicht, das Baby sei «zu dunkel» und das könne sie ihrem Umfeld nicht erklären. Die Rumänin, die in einem winzigen Zimmer zusammen mit fünf Asylbewerbern aus Afrika wohnte, nahm das Mädchen wieder zu sich.

Der Fall wurde publik, weil beide Frauen vor dem Geburtstermin beim lokalen Zivilstandesamt telefonisch angefragt hatten, wie ein Kind anzumelden sei, das zu Hause geboren wurde. Die Behörde schlug daraufhin Alarm. Es vergingen jedoch einige Wochen, bis die Polizei die Frauen und das Kind aufspürte. Das Baby kam zunächst in die Obhut des Jugendamtes, mittlerweile hat sich eine Familie bereit erklärt, es zu adoptieren.

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