USA: Frau mit Giftspritze hingerichtet
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USAFrau mit Giftspritze hingerichtet

Erstmals seit fünf Jahren ist in den USA wieder eine Frau hingerichtet worden. Die wegen Doppelmordes verurteilte Teresa Lewis wurde im US-Staat Virginia mit einer Giftspritze getötet.

Proteste vor der Hinrichtung von Lewis' in Virginia.

Proteste vor der Hinrichtung von Lewis' in Virginia.

Trotz aller Proteste im Vorfeld ist am Donnerstagabend (Ortszeit) im US-Staat Virginia die Doppelmörderin Teresa Lewis mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Es war das erste Mal seit fünf Jahren, dass in den USA ein Todesurteil gegen eine Frau vollstreckt wurde. Der Gouverneur des US-Staats Virginia, Bob McDonnell, hatte in der Vorwoche ein Gnadengesuch Lewis' abgelehnt. Insgesamt gab es über 7300 Appelle, die Hinrichtung zu stoppen. Die letzte Exekution einer Frau in Virginia ist fast 100 Jahre her.

Lewis' Stieftochter verfolgte ebenso wie Angehörige der Opfer die Hinrichtung von einem Nebenraum aus. «Ich will, dass Kathy weiss, dass ich sie liebe und es mir sehr leid tut», sagte die Todeskandidatin, kurz bevor ihr der tödliche Cocktail verabreicht wurde.

Vor dem Gefängnis versammelte sich eine Gruppe, um gegen die Exekution zu protestieren. Auch die Europäische Union hatte sich im Vorfeld für eine Aussetzung der Hinrichtung eingesetzt. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad verglich in einer Rede am Rande der UN-Vollversammlung das Todesurteil Lewis' mit dem Fall Sakineh Mohammadi Ashtiani, die im Iran zum Tod durch Steinigung verurteilt wurde. Während sich die westlichen Medien auf den Fall Ashtiani stürzten, würde dem Fall Lewis kaum Aufmerksamkeit gewidmet, sagte der iranische Staatschef laut der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA am Montag.

Lewis bekannte sich 2003 schuldig, im Jahr zuvor den Mord an ihrem Ehemann und ihrem Stiefsohn in Auftrag gegeben zu haben, um an die Lebensversicherungspolice im Wert von 250 000 Dollar zu kommen. Die heute 41-Jährige habe durch sexuelle Gefälligkeiten und Manipulation zwei Männer dazu gebracht, die Morde zu begehen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Täter wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.

Intelligenzquotient an der Schwelle zur Behinderung

Lewis' Anwalt, James E. Rocap, hatte angeführt, dass die Strafe im Lichte neuer Erkenntnisse zu hart sei. Seine Klientin verfüge über einen Intelligenzquotienten, der an der Schwelle zur geistigen Behinderung liege. Einer der Schützen habe später zugegeben, Lewis manipuliert zu haben, um seine eigenen Interessen durchzusetzen.

«Wenn sie nicht der geistige Urheber des Verbrechens war - und mittlerweile ist klar, dass sie das nicht war - ist es sehr ungerecht, sie zum Tode zu verurteilen, während die beiden Schützen mit lebenslangen Haftstrafen davonkamen», schrieb Rocap an den Gouverneur. Der Täter, den Rocap als geistigen Vater der Tat bezeichnet, nahm sich 2006 im Gefängnis das Leben.

Die letzte Hinrichtung einer Frau in den USA fand im Jahr 2005 im US-Staat Texas statt. Die letzte Hinrichtung einer Frau im Staat Virginia erfolgte im Jahr 1912. Unter den mehr als 1200 seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 in den USA hingerichteten Straftätern befanden sich elf Frauen. Von den über 3200 Insassen der Todestrakte in US-Gefängnissen sind 53 Frauen.

(Quelle: AP) (dapd)

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