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AustralienFrau nach Krokodil-Attacke vermisst

In einem australischen Nationalpark ist eine Frau von einem Krokodil angegriffen und vermutlich getötet worden. Ihre Freundin kam mit einer Verletzung davon.

von
chi
Hat in Australien schon zahlreiche Menschen angegriffen: Das Krokodil. (Symbolbild)

Hat in Australien schon zahlreiche Menschen angegriffen: Das Krokodil. (Symbolbild)

Keystone/Georgios Kefalas/AP

Bei einem nächtlichen Ausflug ins Wasser des Daintree-Nationalparks in Australien ist eine 46-Jährige von einem Krokodil ergriffen und vermutlich getötet worden. Ihre 47-jährige Freundin, die mit ihr am späten Sonntagabend im seichten Wasser am Thornton Beach unterwegs gewesen war, versuchte vergeblich, sie in der Dunkelheit vor dem Tier zu retten, wie der Polizist Russell Parker am Montag dem Fernsehsender ABC sagte.

Die Polizei sprach davon, dass die beiden Frauen in hüfthohem Wasser Schwimmen gewesen waren. Rettungssanitäter berichteten dagegen davon, dass sie durch kniehohes Wasser gewatet seien, als das Krokodil zugeschnappt habe.

Zweite Frau unter Schock im Krankenhaus

Ein Rettungshubschrauber habe in der Nacht keine Spur von der Frau gefunden, sagte Parker. Die Suche wurde am Montag per Helikopter, Boot und von Land aus fortgesetzt. Die Freundin der Vermissten kam in ein Krankenhaus in der Stadt Mossman. Sie stand unter Schock. Als sie das Krokodil gestreift habe, habe sie sich eine Schürfwunde zugezogen, sagte der Sprecher der Rettungsdienste des Bundesstaates Queensland, Neil Noble.

Der Daintree-Nationalpark liegt im Norden von Queensland. Veranstalter bieten täglich Flussfahrten an, auf denen Touristen die zahlreichen Krokodile gezeigt werden, die in dem Gebiet leben. Der Daintree zählt zum Weltnaturerbe der Unesco.

«Keine Gesetze gegen menschliche Dummheit»

Die beiden Frauen hätten nicht aus der Region gestammt, weshalb sie womöglich nicht gewusst hätten, dass sie sich in einem bekannten Krokodil-Gebiet befunden hätten, sagte Parker.

Der Repräsentantenhausabgeordnete der Region, Warren Entsch, sagte allerdings, dass die beiden Touristinnen jede Menge Warnschilder hätten sehen müssen, die es in der Region gibt. «Man kann keine Gesetze gegen menschliche Dummheit erlassen», sagte er. «Wenn man nachts um 22.00 Uhr Schwimmen geht, dann wird man verzehrt.»

Jede Menge Angriffe

Der australische Krokodilexperte Grahame Webb sagte, dass die meisten der Tiere in Flüssen, Sümpfen und anderen geschützten Gewässern zu finden seien, offene Strände im Norden Australiens aber alles andere als sicher seien. «Es hat eine Menge Angriffe vor Stränden und Korallenriffen gegeben, wo Leute Schnorcheln gehen», sagte er.

Die Zahl der Krokodile ist im tropischen Norden Australiens in die Höhe geschossen, seit sie 1971 per Bundesgesetz zur geschützten Spezies erklärt wurden. (chi/sda)

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