Allergischer Schock im Aargau: Frau stirbt nach einfacher Erkältung an Medikament
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Allergischer Schock im AargauFrau stirbt nach einfacher Erkältung an Medikament

Durch ein falsches Medikament verstarb eine 52-jährige Frau im Mai 2015. Nun stehen ihr Hausarzt und eine Apothekerin vor Gericht.

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fss
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Eine 52-jährige Aargauerin verstarb an einem allergischen Schock. Dieser wurde von einem Medikament gegen eine Erkältung ausgelöst.

Eine 52-jährige Aargauerin verstarb an einem allergischen Schock. Dieser wurde von einem Medikament gegen eine Erkältung ausgelöst.

kein Anbieter/Forster Sven
Der Aargauerin wurde das Mittel vom Hausarzt verschrieben. Die Apothekerin gab das Mittel ohne korrekte Prüfung heraus.

Der Aargauerin wurde das Mittel vom Hausarzt verschrieben. Die Apothekerin gab das Mittel ohne korrekte Prüfung heraus.

Tele M1
Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen den Hausarzt und die Angestellte der Apotheke.

Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen den Hausarzt und die Angestellte der Apotheke.

Tele M1

Mit einer einfachen Erkältung ging eine 52-jährige Frau im Mai 2015 zu ihrem Hausarzt. Nach der Routineuntersuchung verschrieb ihr dieser mehrere Medikamente, darunter auch das Antibiotikum Cefuroxim.

Die Aargauerin besuchte daraufhin eine Apotheke, wo sie das entsprechende Medikament abholte. Mit tödlichen Folgen – kurz nach der Einnahme erlitt die Erkältete einen anaphylaktischen Schock. Sie reagierte sehr allergisch auf das verschriebene Medikament.

Die Frau fiel ins Koma und musste ins Spital nach Aarau gebracht werden. Dort konnten die Ärzte nur noch ihren Tod feststellen. Ihre Schwester sagt zu Tele M1: «Man sagte mir, dass es ihnen leidtue, man habe nichts mehr tun können. Sie sei gerade eben verstorben.»

Trägt auch der Hausarzt eine Mitschuld?

Nun stehen der Hausarzt und die Angestellte der Apotheke vor Gericht. Der Vorwurf lautet: fahrlässige Tötung. Die Untersuchungen zeigten gemäss Bericht, dass das Thema Allergien in der Apotheke nicht korrekt besprochen wurde. Die Angestellte drückte wohl einen Warnhinweis, der die möglichen Allergien zeigt, auf ihrem Bildschirm weg.

Das Gericht muss ebenfalls beurteilen, ob auch der Hausarzt eine Schuld am Tod der 52-Jährigen trägt. Ausserdem soll die Verhandlung zeigen, wie einfach das Sicherheitssystem bei Allergien zu umgehen ist.

Darum geht es auch der Schwester der Verstorbenen. Sie hoffe einfach, dass niemand mehr aufgrund eines solchen Umstandes sterben müsse.

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