Drama auf der Allmend: Frau stirbt nach Zelt-Unfall am Openair
Aktualisiert

Drama auf der AllmendFrau stirbt nach Zelt-Unfall am Openair

Die 24-Jährige, die gestern Abend bei einem heftigen Unwetter auf dem Gelände des Openair Frauenfeld durch eine Zeltstange verletzt wurde, ist in der Nacht gestorben. Die Veranstalter sind erschüttert.

von
jbu

Drama auf dem Openair-Gelände in Frauenfeld: Nach dem ungewöhnlich heftigen Gewitter von gestern Nachmittag ist die junge Frau aus dem Kanton Thurgau in der Nacht im Spital ihren Verletzungen erlegen. Das zweite Unfallopfer, ein 21-jähriger Mann, liegt nach Angaben der Kantonspolizei Thurgau noch schwer verletzt im Spital.

Die beiden halfen gestern bei den Aufräumarbeiten auf der Grossen Allmend. Als plötzlich ein heftiges Gewitter aufzog, suchten sie unter einem grossen Zelt Schutz. Dieses wurde vom extremen Wind aber aus der Verankerung gerissen – Teile davon schossen in der Folge durch die Luft und trafen die beiden Opfer schwer.

Andere Anwesende hatten mehr Glück: «Ein etwa zwei Meter langer Holzbalken verfehlte meinen Kopf nur knapp», schilderte ein Leser. Der Schock nach dem Drama auf der Allmend sitzt bei allen Helfern tief. Auch die Veranstalter hat die traurige Nachricht des Todesfalls schwer getroffen.

«Wir wünschen ihnen von Herzen viel Kraft»

Gegenüber 20 Minuten Online sagt Mediensprecher Joachim Bodmer: «Wir vom Openair Frauenfeld sind zutiefst über den Tod einer Helferin aus unseren Reihen betroffen. Unser Verwaltungsratspräsident hat sich sofort nach dem Vorfall ins Spital zu den Betroffenen, deren Freunden und Familien begeben und stand ihnen, so gut es in seiner Möglichkeit stand, bei. Wir drücken den Angehörigen der Verstorbenen unser tief empfundenes Beileid aus. Unsere Gedanken sind bei der Familie und wir wünschen ihnen von Herzen viel Kraft in diesen schweren Stunden.»

Das starke Unwetter entwickelte sich bereits über dem Jura, zog dann durch das Baselbiet und den Kanton Aargau nach Frauenfeld und wurde immer intensiver. «Zusätzlich kamen starke Windböen dazu », erklärt Roland Mühlebach, Meteorologe bei Meteoschweiz. Böen seien eine übliche Begleiterscheinung bei Gewittern, «Zelte sind in einem solchen Fall immer gefährlich», so Mühlebach.

«Über 90 Kilometer pro Stunde»

Wie stark die Böen waren, weiss Joachim Schug, Meteorologe bei Meteomedia: «Das Unwetter kam mit über 90 Kilometern pro Stunde.» Der Wetterdienst gab deshalb eine Sturmwarnung heraus. Allerdings ist es gemäss Schug immer unsicher, ob die Warnungen bei den betroffenen Stellen ankommen und dann auch entsprechende Vorsichtsmassnahmen getroffen werden. Schug: «Ob etwas passiert, hängt meistens nicht vom Wetter ab.»

Feedback

Haben Sie Hinweise, Anregungen oder Informationen zu dem tragischen Unfall auf dem Openair-Gelände? Schreiben Sie uns ein Mail an: feedback@20minuten.ch

Deine Meinung