Aktualisiert 10.04.2014 07:29

Zürcher VerkehrsverbundFrau trotz gültigem Billett mit 100 Franken gebüsst

Eine Frau sollte trotz abgestempelter Mehrfahrtenkarte 100 Franken Busse bezahlen, weil sie sie zu spät entwertet habe. Der Zürcher Ombudsmann intervenierte – mit Erfolg.

von
hvw
Selbst wer das Billett im Bus entwertet hat, kann noch in Verdacht geraten, ein Schwarzfahrer zu sein.

Selbst wer das Billett im Bus entwertet hat, kann noch in Verdacht geraten, ein Schwarzfahrer zu sein.

Beim Schwarzfahren erwischt? Na gut. 100 Franken Busse trotz abgestempelter Mehrfahrtenkarte? Nicht mit mir, dachte sich eine Buspassagierin, die im Oktober 2013 auf der Linie 720 ab Hegnau Richtung Zürich in eine Kontrolle geriet. Sie protestierte beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) gegen die Busse. Dieser bestand jedoch darauf. Auf Betreiben der Frau intervenierte der Ombudsmann und gab der Passagierin recht, wie der «Zürcher Oberländer» schreibt.

Sie habe die Mehrfahrtenkarte erst nach der Ankündigung der Kontrolle im Bus entwertet, argumentierte der ZVV. Darum habe die Frau bei Antritt der Fahrt keinen gültigen Fahrausweis besessen. Laut Fahrplan ist der Bus an jenem Sonntag um 13.37 Uhr abgefahren – die Stempelkarte der Passagierin zeigte 13.39 Uhr an. Fall erledigt? Nein, sagt der Ombudsmann. Nachforschungen hätten ergeben, dass der Bus mit zwei Minuten Verspätung abgefahren sei. Die Frau habe ihr Billett also sehr wohl bei Fahrtantritt entwertet.

Wenn Geräte die Zeitumstellung verpassen

Doch damit nicht genug: Der ZVV warf der Passagierin weiter vor, sie habe sich eine früher abgestempelte Karte besorgt, um sich zu entlasten. Das Erfassungsgerät der Kontrolleurin zeigte eine Kontrollzeit von 14.41 Uhr. Dass sie eine Stunde später unterwegs gewesen sei, konnte sich die Passagierin selber nicht erklären. Wieder brachte der Ombudsmann Licht ins Dunkel: Das Erfassungsgerät war noch auf Sommerzeit eingestellt gewesen. Der ZVV verzichtete daraufhin auf eine Busse. Fall erledigt.

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