Er wollte zu Dignitas: Frau und Sohn von Sterbetourist verhaftet

Aktualisiert

Er wollte zu DignitasFrau und Sohn von Sterbetourist verhaftet

In England hat die Polizei die Frau und den Sohn eines Schwerkranken wegen Verdachts auf Beihilfe zum Suizid verhaftet. Sie wollten ihn in die Dignitas Klinik in Pfäffikon ZH bringen.

von
ame

Beihilfe zum Suizid ist in Grossbritannien eine Straftat und kann mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. Dies droht nun der 65-jährigen Frau und dem 25-jährigen Sohn eines kranken Mannes aus Sussex in England. Laut der «Daily Mail» wurden sie von der britischen Polizei verhaftet, weil sie mit dem 71-Jährigen nach Pfäffikon ZH in die Dignitas Klinik fliegen wollten.

Der berühmte Sterbehilfe-Befürworter Michael Irwin ist entsetzt: «Es ist absolut lächerlich, jemanden unter diesen Umständen zu verhaften.» Jedes Jahr würden bis zu 30 Personen mit Verwandten in die Schweiz fliegen. Seit drei Jahren sei aber niemand mehr deshalb verhaftet worden.

Über 150 Briten schon bei Dignitas

Jedes Jahr beenden über 200 Personen ihr Leben bei Dignitas Schweiz – seit der Eröffnung vor 15 Jahren bereits rund 1100. Darunter auch schon mehr als 150 Briten. Weltweite Berühmtheit im Zusammenhang mit verbotener Sterbehilfe erlangte der 58-jährige Brite Tony Nicklinson. Nach einem Schlaganfall im Jahr 2005 war er vom Hals abwärts vollkommen gelähmt.

Sein Leben bezeichnete er als «langweilig, miserabel, erniedrigend, würdelos und unerträglich» – trotzdem durfte er nicht sterben. Der Oberste Gerichtshof in London entschied 2012, dass Nicklinson weiterleben musste und dass ihm kein Arzt helfen durfte, sein Leben zu beenden. Kurze Zeit nach dem Urteil starb er eines natürlichen Todes.

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