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Münchwilen TGFrau verarbeitet Wohnmobil-Frust online

Nachdem ihr Camper wegen eines Getriebeschadens nicht mehr fahrtüchtig ist, streiten sich Käuferin und Verkäufer. Es wurde Anzeige erstattet und sogar eine Website eingerichtet.

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Das Wohnmobil namens Rambo, als die Welt von Bo von der Heyden im Sommer 2016 noch in Ordnung war.

Das Wohnmobil namens Rambo, als die Welt von Bo von der Heyden im Sommer 2016 noch in Ordnung war.

zVg
Für 12'000 Franken kaufte ihn von der Heyden im Frühling 2016.

Für 12'000 Franken kaufte ihn von der Heyden im Frühling 2016.

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Leider hatte er einen Getriebeschaden. Von der Heyden fühlte sich betrogen und erstattete Anzeige.

Leider hatte er einen Getriebeschaden. Von der Heyden fühlte sich betrogen und erstattete Anzeige.

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Für 12'000 Franken kaufte Bo von der Heyden im Frühling 2016 bei einem Thurgauer Occasionshändler einen Camper, Jahrgang 89. Dies mit dem Ziel den Sommer im Wohnmobil zu verbringen und auch danach noch weitere Reisen damit zu machen. Doch der Plan ging nicht auf. Nach rund drei Monaten war das Fahrzeug kaputt – Getriebeschaden.

Als die Zürcherin die Garantieversicherung in Anspruch nehmen wollte, erfuhr sie, dass das Fahrzeug schon vor dem Kauf einen Getriebeschaden hatte. Die Frau fühlt sich betrogen und verarbeitet das auf einer eigens eingerichteten Website wohnmobil-rambo.ch. Rambo ist der Name, den von der Heyden dem Camper gegeben hat.

Schäden verschwiegen?

Die Neo-Camperin glaubt, dass man sie über den Tisch gezogen habe: «Das Ganze erweckt den Eindruck, als sei mir der Wagen mit vollem Wissen mit diesen gravierenden Schäden verkauft worden, die mir anscheinend bewusst verschwiegen wurden, unter anderem, um einen viel zu hohen Kaufpreis erwirtschaften zu können», schreibt sie auf ihrer Website.

Diese habe sie erstellt, um andere potenzielle Camper zu warnen: «Mein Herz sagt, dass ich es nicht zulassen kann, dass Menschen verarscht, potenziellen Gefahren ausgesetzt und ausgenommen werden. Es darf nicht sein, dass sich jemand so sehr an anderen Menschen bereichert.»

Wir wussten nichts vom Getriebeschaden

Die Firma Mobi-Cars AG bestreitet den von von der Heyden geschilderten Sachverhalt. «Wir haben nichts von einem Getriebeschaden gewusst», so ein 36-jähriger Verkäufer der Mobi-Cars AG, die im Frühling 2016 das Wohnmobil an Frau von der Heyden verkaufte.

Das Wohnmobil sei ausserdem vor dem Verkauf vorgeführt worden. Zudem habe man sich kulant gezeigt: «Wir haben Frau von der Heyden angeboten, das Wohnmobil auf Garantie zu reparieren. Sie hätte lediglich den Selbstbehalt von 500 Franken bezahlen müssen.» Doch darauf sei von der Heyden bislang nicht eingegangen.

Ersatzteile an Lager

Der Thurgauer kann das Verhalten der Zürcherin nicht ganz nachvollziehen. «Das Wohnmobil steht seit vier Monaten bei uns und blockiert Platz. Die Ersatzteile haben wir längst bei uns im Lager, wir könnten die Reparatur rasch ausführen», so der 36-Jährige. Man habe der Kundin auch angeboten, ihr nach der Reparatur beim Weiterverkauf des Wohnmobils behilflich zu sein.

Er hoffe, dass es bald eine Entscheidung gibt, denn derzeit beginne die Wohnmobilsaison, und es wäre ein guter Zeitpunkt, um das Gefährt zu verkaufen.

Anzeige eingereicht

Für von der Heyden ist das Angebot mit der Bezahlung von 500 Franken Selbstbehalt ein Hohn: «Ich bin nicht bereit, mehrere hundert Franken für Rambo in die Hände zu nehmen, zur Behebung eines Schadens, der bereits vor dem Kauf des Wohnmobils bekannt war und mir verschweigen wurde.» Stattdessen hat sie bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige eingereicht.

Die Thurgauer Staatsanwaltschaft bestätigt, dass gegen den Firmeninhaber wegen des Verdachts auf Veruntreuung, eventuell Betrug ermittelt wird. «Die Ermittlungen der Polizei laufen noch.» Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.» (20 Minuten)

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