14.09.2016 20:16

Datensammelnder Vibrator

Frau verklagt neugierigen Sex-Toy-Hersteller

Weil der Hersteller ihres Vibrators intime Daten über ihre Masturbationsgewohnheiten sammelte, hat eine Amerikanerin Klage eingereicht.

von
lia
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Auch im Schlafzimmer hält die Digitalisierung Einzug: Vibratoren können heute bereits via App bedient werden. Genau das macht sie jedoch angreifbar für Datenklau.

Auch im Schlafzimmer hält die Digitalisierung Einzug: Vibratoren können heute bereits via App bedient werden. Genau das macht sie jedoch angreifbar für Datenklau.

We-vibe.com
Auf der Hackerkonferenz Defcon haben zwei Sicherheitsforscher demonstriert, wie einfach sich App-gesteuerte Sexspielzeuge hacken lassen. Dabei fanden sie heraus, dass die Hersteller offenbar vielerlei Informationen zum Gebrauch ihrer Toys speichern.

Auf der Hackerkonferenz Defcon haben zwei Sicherheitsforscher demonstriert, wie einfach sich App-gesteuerte Sexspielzeuge hacken lassen. Dabei fanden sie heraus, dass die Hersteller offenbar vielerlei Informationen zum Gebrauch ihrer Toys speichern.

We-vibe.com
So sollen die getesteten Vibratoren von We-Vibe aufzeichnen, wann das Gerät verwendet wird, welcher der zehn Vibrationsmodi genutzt wird und wie warm das Gerät gerade ist - alles recht intime Details.

So sollen die getesteten Vibratoren von We-Vibe aufzeichnen, wann das Gerät verwendet wird, welcher der zehn Vibrationsmodi genutzt wird und wie warm das Gerät gerade ist - alles recht intime Details.

We-vibe.com

Zwei australische Sicherheitsexperten haben App-gesteuerte Sexspielzeuge genauer untersucht und ihre Ergebnisse bereits Anfang August auf der Hackerkonferenz Defcon präsentiert. Unter anderem hatten sie herausgefunden, dass die Vibratoren von We-Vibe offenbar intime Details der Nutzer aufzeichnen und an die Server der Hersteller schicken. Darunter die Gebrauchsdauer, die gewählten Vibrationsmodi sowie Angaben darüber, wie warm das Gerät bei der Nutzung wird.

In einer Stellungnahme gegenüber der News-Plattform Fusion.net bestätigte das Unternehmen dies damals und lieferte gleich eine Erklärung mit: «Die We-Vibe-Produkte sammeln Nutzungsdaten wie die Vibrationsintensität und -modus zu Marktforschungszwecken. So können wir besser verstehen, welche Einstellungen und Intensitätslevel am beliebtesten sind.»

Angst um Privatsphäre

Einer Kundin aus dem US-Bundesstaat Illinois schmeckt das Ganze trotzdem gar nicht: Sie hat laut Cnet.com Klage gegen den Hersteller eingereicht. In der Klageschrift heisst es, dass ihr nicht bewusst war, dass ihr im Mai gekaufter Vibrator solch intime Details inklusive ihrer E-Mail-Adresse an die Firmenserver sendet. Sie könne nicht darauf vertrauen, dass die Daten dort sicher seien, weshalb sie nun Angst um ihre Privatsphäre habe.

Da der Hersteller die Klageschrift noch nicht einsehen konnte, könne er diese auch nicht kommentieren, heisst es in einer aktuellen Stellungnahmen gegenüber Vocative.com. Die Privatsphäre und Kundendaten der Kunden habe für das Unternehmen aber «allerhöchste Wichtigkeit».

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