Flums SG: Frau verliert wegen explodierter Bremsscheibe mehrere Zähne – Blaufahrer verurteilt

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Flums SGFrau verliert wegen explodierter Bremsscheibe mehrere Zähne – Blaufahrer verurteilt

Im Herbst 2021 baute ein 44-Jähriger in Flums SG alkoholisiert einen Unfall. Durch Teile einer geplatzten Bremsscheibe wurden zwei Personen verletzt. Er wurde nun per Strafbefehl verurteilt.

von
Seline Bietenhard
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Obwohl der Lenker dieses Audis ein Rad verloren hatte, fuhr er weiter. 

Obwohl der Lenker dieses Audis ein Rad verloren hatte, fuhr er weiter. 

Kapo SG
In dieses Geländer prallte der Lenker. 

In dieses Geländer prallte der Lenker. 

Kapo SG
Als später die Bremsscheibe platzte, flog ein Teil davon durch die Scheibe dieses Autos und verletzte eine Frau (31) im Gesicht. 

Als später die Bremsscheibe platzte, flog ein Teil davon durch die Scheibe dieses Autos und verletzte eine Frau (31) im Gesicht. 

Kapo SG

Darum gehts

  • Ein heute 44-Jähriger war im September 2021 mit über einem Promille mit dem Auto in Flums SG unterwegs.

  • Er verlor die Kontrolle über seinen Audi und prallte in ein Geländer, wobei er ein Rad verlor.

  • Als die Bremsscheibe explodierte, trafen Teile davon zwei Personen, die teils schwer verletzt wurden.

  • Die Staatsanwaltschaft St. Gallen verurteilte ihn per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe und einer hohen Busse.

Im September 2021 war ein heute 44-jährger St. Galler in alkoholisiertem Zustand mit seinem Auto in Flums SG in Richtung Autobahnbrücke unterwegs. Nach der Kurve beim Bahnhof verlor er die Kontrolle über seinen Audi und prallte gegen ein Geländer, wobei er ein Rad verlor. Statt sich um den Schaden zu kümmern, fuhr der 44-Jährige auf den Felgen einfach weiter, bis einige Meter weiter die Bremsscheibe explodierte. Teile der Bremsscheiben wurden mehr als 250 Meter in beide Fahrtrichtungen geschleudert. 

Dabei flog ein fast 1,5 Kilogramm schweres Teil durch die Windschutzscheibe eines entgegenkommenden Autos und traf die 31-jährige Beifahrerin im Gesicht. Ein weiteres Teil traf einen 18-jährigen Motorradfahrer am rechten Unterschenkel. Auch nach der Explosion fuhr der 44-Jährige zuerst einfach weiter, bevor er sein Auto wenig später abstellte und zu Fuss an den Unfallort zurückkehrte.

Fremdkörper aus Unterschenkel entfernt

Die 31-jährige Frau erlitt diverse Verletzungen im Gesicht, darunter eine Gesichtsfraktur und eine Wunde an der Oberlippe. Ebenfalls verlor sie diverse Zähne. «Sie erlitt Zahnschäden am Zahn 11, 12, 14, 15, 16, 17, 21, 22, 23, 41 und 44», steht im Strafbefehl. Nach dem Unfall wurde bei ihr eine post-traumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Der 18-jährige Motorradfahrer, der durch die Bremsscheibe am Bein getroffen wurde, erlitt einen offenen Schienbeinbruch. Aus seinem Unterschenkel mussten Fremdkörper entfernt werden.

«Der Beschuldigte hätte in seinem alkoholisierten Zustand kein Fahrzeug lenken dürfen», steht im Strafbefehl. Wäre er seinen Pflichten als Autofahrer nachgekommen, hätte er die Kollision mit dem Geländer und die Verletzungen der beiden Personen verhindern können, heisst es weiter. «In fahrfähigem Zustand wäre er wahrscheinlich nicht ins Geländer gefahren. Wenn doch, hätte er sicherlich erkannt, dass etwas mit dem rechten Rad des Autos nicht in Ordnung war und er hätte angehalten, um den Schaden zu begutachten», so die Staatsanwaltschaft weiter.

44-Jähriger muss Busse von 12’200 Franken bezahlen

Der Mann wurde diverser Straftatbestände schuldig gesprochen. So wurde er unter anderem der fahrlässigen Körperverletzung, des Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand sowie der groben Verkehrsregelverletzung per Strafbefehl verurteilt.

Der 44-Jährige wird zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 340 Franken, also total 61’200 Franken, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von 12’200 Franken verurteilt. Ebenfalls fallen ihm 2212 Franken für Gebühren und besondere Auslagen zur Last. Bei einer Nichtbezahlung der Busse droht dem St. Galler eine Ersatzfreiheitsstrafe von 36 Tagen. Gegen den Strafbefehl kann innerhalb von zehn Tagen Einspruch erhoben werden.  

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